MUWINS-Spieledonnerstag: MUWINS-Plag‘ am Berchtoldstag II

Seit 2019 haben sich die MUWINS jedes Jahr am Berchtoldstag in ihrem Lieblingslokal zum gemeinschaftlichen Grossgruppenzocken getroffen. Logisch, dass wir diese reiche Tradition auch 2020 weiterführen und damit allen Anwesenden mit einem ganztägigen Event den optimalen Start ins neue Jahr ermöglichen wollten! 

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So sieht’s im des Alpes aus, wenn die MUWINS den Hotelbetrieb übernehmen.

Die Crew

crew.jpgBenjamin: Mission 50 war fällig. Und dank eines besonders umsichtigen Missionsleaders (moi) im dritten Anlauf dann auch bereits erfolgreich. Meine Mannen haben einfach alles gegeben – bei einer solch einsatzfreudigen und kompetenten Crew fällt das Missionsleaden zugegebenermassen recht leicht.

Matthias: Über den Tag verteilt durfte ich die Crew mit verschiedenen Crews spielen, mit unterschiedlichem Erfolg. Unverändert ist das Spiel für mich aber sehr gelungen.


Awkward Guests

Foto 02.01.20, 14 08 32Peter: So ganz optimal kombiniert habe ich (noch) nicht und für ein wirklich rundes Spielerlebnis braucht es wohl mehr als drei Ermittler – dennoch hatte selbst ich als erklärter Cluedo-Verachter hier meinen Spass. Das dürfte wohl daran liegen, dass Awkward Guests im Vergleich zum Urvater durch die diversifizierten Hinweise und die Art, wie man an diese gelangt und sie miteinander in Verbindung bringen muss, einen reichhaltigeren und ausgewogeneren Rätselhappen bietet. Auch der Umstand, dass man durch einen falschen Lösungsversuch nicht gleich ausscheidet, hat mir gut gefallen und sorgt für eine stetig anziehende Spannungskurve.

Benjamin: Die erste Partie zu dritt hat nach diversen Mordfällen in Vierer- und Fünferbesetzung vergleichsweise deutlich weniger Drive entwickelt und ein Problemchen des Spiels (siehe Rezi) zutage gefördert. Nein, es war diesmal nicht der Gärtner – aber nach peinlich vielen falschen Anklagen wanderten mit Claudette und ihrem Komplizen Mortimer die wahren Schuldigen dann schlussendlich doch noch hinter Gitter. Gerne wieder – allerdings bitte nur noch in etwas grösserer Besetzung.


Arctic Scavengers

Matthias: Obwohl Arctic Scavengers noch aus der Dominiondynastie stammt und thematisch in Zeiten der Klimaerwärmung eher unpassend wirkt, macht es für einen Deckbuilder etwas sehr, sehr gut: Es bietet Interaktion! Nett, wie ich nun mal bin, habe ich mich sofort um bedürftige Familien gekümmert. Wenn der fiese Nachbar einem aber immer wieder die Ausrüstung sabotiert, bleibt auch dem edelsten Clanführer nichts anderes übrig, als ein Scharfschützenteam anzuheuern und sich entsprechend zu „verteidigen“. Überhaupt prügelt man sich in diesem Spiel um jeden brauchbaren Gegenstand und einigermassen brauchbaren Überlebenden. Also ein Spiel für meinen Geschmack.


First Contact

Foto 02.01.20, 11 37 48.jpgBenjamin: Blatt, Boot, Frau. Mein Mit-Ägypter nebenan behauptete hinterher allen Ernstes, damit hätte er „leicht“ gemeint. Den ebenfalls ausliegenden, durch die Lüfte fliegenden Speer hat er wohlgemerkt nicht dazugepackt. Und wisst ihr was? Die Ausserirdischen sahen das auch so und liessen sich von ihm bei der nächsten Geschenkübergabe übelsten Tand aufschwatzen – und waren damit auch noch glücklich! Um es mit den Worten eines anderen beleibten Ägyptenreisenden auszudrücken: „Die spinnen, die Ausserirdischen!“. Ich bin raus aus dieser Partie – bei einer weiteren aber gern wieder mit dabei.


Ursuppe

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Matthias: Während ich mit meiner genialen Strategie (kaufe irgendwas – und vor allem besonders viele Amöben) zu Beginn ganz erfolgreich war, rollten meine Mitspieler mit ihren Supermutanten mehr und mehr das Feld von hinten auf. Hochmobile Fressbakterien und resistente Keime stritten sich bald um den Thron und meine Tierchen waren auf einmal weit unten in der Nahrungskette und dienten als Futter. Autsch.

 

 


Res Arcana

Matthias: Tausche Ressourcen in andere Ressourcen und hole damit Punkte. Res Arcana funktioniert gut und erlaubt dem Spieler, seine eigene Kombomaschine zu bauen, die im besten Fall schneller als alle anderen die 10 verlangten Siegpunkte einfährt. Leider bleibt die Angelegenheit für meinen Geschmack etwas zu solitär und verkommt eher zu einem Einzelrennen.


Letter Jam

letterjam.jpgYves: Ich werde in Zukunft einen weiten Bogen um Letter Jam machen. Das ist einfach nicht meins. Zum Standardprogramm gehört es meiner Meinung nach nicht, Decrypto und Codenames gefallen mir deutlich besser.

Benjamin: Dochdoch Yves, Letter Jam gehört definitiv dazu – wobei die eigenen Ansprüche halt langsam steigen. Worte mit sieben Lettern waren diesmal gefragt! Da wurden nicht nur gewisse Buchstabenkärtchen knapp (besonders wenn ein Wort „Legende „, ein anderes „Getoese“ heisst), es bleibt auch wenig Spielraum für Unsicherheiten. Deshalb hat das diesmal auch noch nicht so ganz geklappt. Wir bleiben dran, versprochen!

Peter: Ich war an diesem Tag ungewohnt unkreativ und hatte meine liebe Mühe, aus den ausliegenden Buchstaben etwas Zählbares zu bilden. Ganz im Gegensatz zu Urs, dessen Wortkreationen so skurril und lang waren, dass mit fortlaufender Partie ein schnöder Fünfbuchstäber einem ungewissen Neuner diskussionslos vorgezogen wurde. Und weil Beni es nicht schaffte, ein simples ROTWEIN aus seinen Buchstaben zu formen, wurde es auch nichts mit der Höchstwertung. Immerhin hat mir sein langes und erfolgloses Grübeln genug Zeit gegeben, schliesslich doch mein von Yves erhaltenes Wort zu finden, welches sich aus folgenden Lettern zusammensetzte: E-L-A-I-F-I-M. Na?


The Mind Extreme

Matthias: Der alte Bekannte in der neuen Ausgabe. Zugegeben: Mit zwei Stapeln zu spielen bringt Abwechslung und neue Herausforderungen. Leider konnten sich die Schwingungen der Seelen unserer Gruppe nicht synchronisieren und wir sind schon an den einfachsten Leveln gescheitert.


All You Can Eat

Matthias: Ha! Die Runde mit nur einem Stich gewonnen! Da war die ganze Haustierabteilung dabei! All You Can Eat ist für Kinder und Familien gedacht und könnte dort gut funktionieren. Das lege ich doch bald mal in den Einkaufskorb und erfreue damit meinen Nachwuchs.


Food Chain Magnate

foodchainYves: Zu Beginn des Jahres gleich der Leckerbissen als Hauptgang. Mit einer Gruppe von unqualifizierten Grünschnäbeln habe ich Düdingen (übrigens, welcher Städteplaner hat diese Dummheit konzipiert?) mit Limos und Burgern versorgt. Dank des revolutionären, kühlen Lagersystems konnten wir immer auf die Radiowerbung reagieren. Zudem habe ich noch von der Weiterbildung der Migrosklubschule profitiert und mir neben mein CEO noch ein CFO (was dies bedeutet, weiss ich auch heute immer noch nicht) auf meine Visitenkarte notieren lassen. Meine Konkurrenten konnten mich nicht einholen und blieben auf ihren hohen Managementkosten sitzen. Na dann, Prost!

Matthias: Zugegeben, beim Einsetzen meines Restaurants habe ich wohl geschlafen und einen ziemlich üblen Startplatz gewählt.  So musste ich auf die Strategie mit einem gut ausgebildeten Team setzten. Auf die Radiowerbung konnte ich noch einigermassen reagieren und mit meinen mobilen Restaurants den einen oder anderen Kunden der Konkurrenz abwerben. Keine Geldboni zu haben hat sich aber gerächt und ich musste (dieses eine Mal) Yves den ersten Platz überlassen.


Cerebria: The Inside World

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Peter: Ganz schön komplex, wie sich diese Gefühlswelt zusammensetzt – das erforderte erstmal eine ausführliche Regel- und Zusammenhangserklärung von Simone, die das aber höchst professionell erledigte. Nach anfänglich noch etwas zaghaften Schritten begann dann schon bald ein gnadenloses Streiten um die emotionale Vorherrschaft. Letztlich mussten sich Hass und Angst geschlagen geben und einsehen, dass sie mit ihrer Kleingeistigkeit nicht gegen die positiven Gefühle ankommen. Ein vielzahnig vertracktes, mit erfrischendem Thema und für ein Area-Control-Spiel ungewöhnlicher Mechanik versehenes Teamspiel, dass mich jede Runde vor spannende Entscheidungen stellte. Gerne wieder mal, denn da gibt es so einige Strategien zu erforschen…

Andreas: Einen grossen Dank an Simone, die das Spiel erfrischend einfach erklärte und auf die zu Beginn etwas verwirrende Terminologie verzichtete. Wenn man von roten und blauen „Tötzli“ spricht, ist allen klar, was gemeint ist und ob es jetzt korrekt Willpower, Influence oder Whatever heissen würde, ist fürs Spielvergnügen unwesentlich. Und gross war mein Vergnügen am Wettstreit der Gefühle auch dieses Mal, obwohl leider die unsäglich glücksbesoffenen Frohnaturen zu schlechter Letzt knapp über Hass und Angst triumphierten. Bei einer fälligen Revanche bin ich gerne dabei.


Paper Tales

Matthias: Als Veteran durfte ich das Spiel zwei Neulingen beibringen und mir taten die etwas leid (nur ein ganz klein wenig). Meine Fleischstrategie hat so gut funktioniert, dass ich prompt einen neuen Punkterekord aufstellen konnte. Exgüse liebe Gegenspieler…
Paper Tales ist und bleibt für mich ein gelungenes, flottes Draft-Spiel das auch von der Spieldauer her eine gute Nische trifft.


Bla5t

bla5tMatthias: Ein weiterer Füller, der leider nicht allen am Tisch gefallen hat. Wer keine Freude an Spielen mit Memory-Elementen hat, darf ruhig passen. Ansonsten ist auch Bla5t ein gutes Spiel zur Auflockerung.

 

 

 


Bus

Foto 02.01.20, 16 57 26.jpgBenjamin: So geht das! Während die werte Konkurrenz Runde um Runde an der Zeitlinie herumbastelt (oder zumindest so tut, als ob), konzentriert sich unsereins aufs Kerngeschäft: Passagiere entlang der kleinen, aber feinen Buslinie ihren Destinationen zuführen, dazwischen ab und zu ein paar strategisch platzierte Nachtlokale eröffnen. Das reicht am Ende für 10 Punkte und den ersten Platz, die beiden Oberbastler schaffen’s auf 9. Und das Ganze in gerade mal 45 Minuten! Für einen Splotter, wohlgemerkt! Oder war da die vermurkste Zeitlinie irgendwie daran beteiligt?

Yves: Die 45 Minuten haben sich angefühlt wie 10. Eigentlich wollte ich gleich eine neue Partie beginnen. Bei meinem ersten Versuch habe ich mich auf die Linienführung meines Bus-Imperiums konzentriert und ein wenig vernachlässigt, dass man ja auch Pubs eröffnen und Arbeitsplätze schaffen könnte. Das mache ich dann sicher mit dem neuen Fahrplan! Übrigens: Bus ist ein Must Have! Dumm nur, dass meine Lieferung irgendwo auf einen Anschlussbus wartet…


Fiese Freunde, fette Feten

Peter: Nach dem vielen Grübeln und taktieren bei Cerebria war dieser Friese(n)klassiker ein willkommener Absacker. Man kann zwar auch hier versuchen, möglichst optimierend zu spielen, aber damit würde man wohl den Nerv des Spiels verfehlen. Denn das unterhaltsamste Element sind ganz klar die lustigen, teils absurden Biographien, die hier gesponnen werden. So entschied sich mein von der Scheidung seiner Eltern traumatisierter Charakter erst, absolut zölibatär zu leben, bevor er dann nach einem Amsterdam-Trip eine komplette Kehrtwendung einlegte, sich mittels Liposuktion generalüberholen und darauf selbst scheiden liess, ein ausuferndes Leben im Zeichen von Sex, Drugs & Rock’n’Roll führte und schliesslich als drogenversiffter Freak komplett den Bezug zur Realität verlor. Tja, wie das Leben halt so spielt.


Age of Empires III: The Age of Discovery

Foto 02.01.20, 20 41 20Benjamin: Dochdoch, das Spiel heisst wirklich so. Die Uraltausgabe hatte nicht nur die Lizenz des Computerspiels, sondern auch die deutlich hübschere Karte und ist nach wie vor top. Ausser natürlich, wenn sich Piratenlümmel Runde für Runde unsere halben Einnahmen unter den Nagel reissen und am Ende dann auch noch das punktebringendste Gebäude vor der Nase wegklauen. Die Partie war dennoch die friedlichste aller Zeiten, ohne auch nur eine Schussabgabe in Amerika. Das zeigt schon, dass da, analog zu unserer kürzlichen Scythe-Partie (nur genau umgekehrt), etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann. Der Sieg sei dir für diesmal dennoch gegönnt, Marco!


Dixit

dixitgeist.jpgBenjamin: Das des Alpes schliesst in 20 Minuten! Zusammenpacken? Nö – für ein paar schnelle Züge Dixit reicht’s noch. Das hat sich auch durchaus gelohnt. Zwar lag eine komplette Partie nicht mehr drin, aber dafür war manchen Leuten danach ein gewisser Song das ganze Wochenende über nicht mehr aus dem Ohr auszutreiben.

If there’s something strange in your neighbourhood… 

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