Muwins in der Unterwelt – 2. Underworlds Turnier

Motiviert von den Erfolgen beim letzten Einsatz aber hungrig auf noch mehr Ruhm machte sich am 28.3. wieder eine Delegation auf nach Freiburg. Im Gepäck unsere Kriegerscharen, die bis ins kleinste Detail durchoptimierten Kartendecks (fast) und natürlich eine gehörige Portion Vorfreude bei der Aussicht, einen ganzen Abend mit  anderen Warhammer Underworlds – Verrückten zu verbringen.  Gastgeber war auch diesmal Yann in seinem Shop Asphalt Kreatorz. Damit wir gegen die frankophone Übermacht bestehen konnten, hatten Yves und Matthias kurzerhand Etienne gezwungen mitzukommen und ihn mit allem nötigen ausgestattet. (Ausser die mit Blut gesegneten Würfel… die durfte er nicht haben. Pssst!)

Matthias: Die Auswahl der Kriegerschar fiel mir bei diesem Turnier bedeutend schwerer. Einerseits hatte ich mit den Ratten und den Goblins mehrere Trainingssessions hinter mich gebracht, andererseits fühlte ich mich mit keinen der beiden wirklich wohl.  Bei der letzten Veranstaltung hatten die meisten Teilnehmer auf konfrontative Spielweisen gesetzt. So war meine Erwartung, dass ich auf Mollog, die Zauberer und vielleicht sogar Magors Fiends treffen würde. Alles Gegner, welche mit Freude meine kleinen Ratten oder Goblins als Boxsäcke missbrauchen würden. Für die Steelheart’s Champions hatte ich ein 100%ig defensives Deck zusammengestellt und gegen meinen Sparringpartner Yves einige Siege und knappe Niederlagen erringen können. Die Spielweise war so ziemlich anders als das, was wir normalerweise bei unseren Runden veranstalten. Wieso nicht mit einer friedlichen Truppe mein Glück versuchen? Gesagt, getan: Mein Schlachtplan war hauptsächlich, den Gegner möglichst keine Punkte durch Angriffe machen zu lassen, gleichzeitig langsam aber stetig Punkte mit passiven Zielen einzusammeln. Als Bonus führte ich noch Verbesserungen im Deck, mit welchen ich während des Spiels oder am Ende der Partie noch einige Punkte gut machen könnte. Sonst war mein Deck gefüllt mit allem was es an Rumschiebe-, Verhindern- und Gegnernervkarten gibt.

  1. Partie: „Fangis mit dem Troll“

Uff, der erste Gegner bestand aus niemand anderem als dem mächtigen Mollog, gesteuert von Christof. Wieder einmal war die Qualität der Bemalung unglaublich gut, so dass sich aus Scham meine Steelhearts ganz weit weg aufstellen mussten. Zu meiner Freude durfte ich die Brettplatzierung wählen und der Weg zu mir wurde selbst für den lauffreudigen Troll ziemlich weit. Tatsächlich schaffte es Mollog in der ersten Runde nicht, einen Angriff zu starten, da ich mich bis zur letzten Aktivierung ausser Reichweite halten konnte. Am Ende von Runde eins machte ich 3 Punkte und mein Gegner nichts. Als dann in der 2. Runde das Hauen und Stechen starten sollte, flüchteten Obrin und Severin einfach auf die andere Seite des Spielplans (Schreinwegkristall und Verborgene Pfade), was bedeutete, dass Mollog seine Aktivierungen damit verbrachte, auf die arme Glanzschild einzuprügeln.

Fang mich doch! Verborgene Pfade ist nicht nur für Angreifer gut. Auch konfliktscheue Naturen profitieren von der enormen Reichweite.

Die Dame wehrte sich vehement, fiel dann aber gegen Ende der Partie dem pilzigen Knüppel zum Opfer. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich aber auf 9 Punkte hochgearbeitet und Christof schaffte es nur auf 4. Geholfen hatten mir sicher die Platzierung der Bretter und der Umstand, dass Christof (noch) nicht über die wichtigsten Bewegungskarten verfügte und darum Mollog seine Angriffe gar nicht erst an den Mann bringen konnte.

  1. Partie: „Wer hat Angst vor der Frau mit dem Leintuch?“

Gegen Gutes Geistertruppe verlor ich leider den Wurf um die Brettplatzierung, was zu einer für meine Pläne ungünstigere Konfiguration des Schlachtfeldes führte. Die Rosenkönigin kann sehr aggressiv gespielt werden, aber durch die tollen Bewegungsmöglichkeiten auch voll auf die Missionsziele setzen. Wie ich spätestens am Ende der ersten Runde feststellen musste, verfolgte Gute eher erstere Strategie. Wie geplant konnte ich aber meine passiven Ziele relativ gut erfüllen, was mir jede Runde einige Punkte einbrachte. Den ersten Rückschlag gab es in Runde zwei, als eine Horde Geister über Glanzschild herfiel und sie tötete. In der letzten Runde versuchte ich zu Beginn mein Glück und griff mit Severin die Rosenkönigin an. Ein Treffer hätte die gefährlichste Figur meines Gegners direkt aus dem Spiel genommen. Leider war mein Anführer vom vielen Rumsitzen wohl aus der Übung und verpfuschte seinen einzigen wichtigen Auftritt. Ein Fehler den er wenig später mit dem Leben bezahlte, selber schuld – der Kerl. Kurz vor Spielende hatte ich also nur noch Obrin, welcher zudem noch mit einigen punktebringenden Verbesserungen ausgestattet war. Hier begann Gute plötzlich, seine Truppen auf den Missionszielen zu platzieren. Glücklicherweise hatte ich mir die Karte „Schelmische Geister“ aufgespart und zum Schrecken meines Gegners wurden ALLE Missionsziele kurz vor der Wertung verschoben. Da er keine passende Antwort darauf hatte, gewann ich die Partie knapp mit 9:7

Der Alptraum für Missionszielspieler.

 

  1. Partie „Harry Potter“

Hier wartete mein Angstgegner. Die Cursebreaker. Sie haben eine für mich mühsame Reichweite und können Punkte auch ohne Feindkontakt generieren. Es gelang mir in Runde eins, meine eigenen Ziele zu werten, aber Pierre-François kam dank einiger Zaubereien trotzdem zu Punkten und so blieb die ganze Partie spannend. Zwar konnte ich in der letzten Runde Averon mit „Im Augenblick gefangen“ quasi aus dem Spiel nehmen, musste aber mit 11:10 meine erste Niederlage einstecken. Vorallem in der zweiten Runde hatte ich etwas Pech mit meinen Zielen und Karten.

„Meister der Listen“ konnte ich nicht werten, weil ich von 8 Karten 7 Verbesserungen gezogen hatte und darum war auch „Fehlerlose Strategie“ eine tote Karte in meinen Händen. Von meinen Punkteverbesserungen kam leider auch nur eine einzige. Das Geschehen auf dem Schlachtfeld war erstaunlicherweise auf grossen Strecken nach meinem Geschmack verlaufen und Glanzschild überlebte für einmal die Partie.

  1. Partie „Die Revanche“

Aufgrund der Klassierung durfte ich Gute die Gelegenheit zur Revanche geben. Da ich diesmal den Wurf um die Platzierung gewann, konnte ich den Spielplan wie gewünscht ausrichten und meinem Gegner ganze 2 Aktivierungen lang jegliche Punkte vorenthalten. Keine Punkte zu erhalten ist in Warhammer Underworlds doppelt brutal, weil so auch keine Verbesserungen gespielt werden können. Am Ende erwiesen sich meine Steelhearts zudem noch glücklicher im Nahkampf und diesmal traf Severin mit seinem überdimensionalen Schwert die Rosenkönigin und schickte die Dame inklusive floralem Anhängsel auf den Kompost von Shadespire. Dass Gute in der letzten Phase seine Missionsziele werten konnte, änderte nichts mehr am Ausgang der Partie und ich gewann 13:6

  1. Partie „Harry Potter zum Zweiten“

An diesem Punkt hatten alle Spieler ausser Jérémie, unserem Titelverteidiger, mindestens eine Partie verloren und die 5. Runde würde die Entscheidung bringen. Meine Aussichten auf einen Turniersieg waren nur noch klein. Pierre-François hatte gleich viele Siege wie ich, aber bedeutend mehr Punkte und Jérémie hatte nur einen Punkt mehr als ich, war aber bisher ungeschlagen. Ich müsste also die direkte Begegnung mit ihm gewinnen und jemand anderes müsste Pierre-François schlagen. Netterweise akzeptiere Jérémie meine Herausforderung und gewann prompt den Wurf um die Spielfeldplatzierung. Umpfff. Es würde also mühsam werden. Immerhin: dank guten Startkarten konnte ich einen Angriff der Zauberer in der ersten Runde verhindern. Leider verpasste ich eines meiner Ziele, was nur meiner eigenen Dummheit zu verdanken war. Nach einer Runde stand es so 3:2 für meinen Gegner. Was nun folgte, war ein Beherztes Eingreifen der Würfelgötter. Statt Obrin aus dem Spiel zu nehmen, verfehlte Jérémies Kämpfer zwei Mal einen Angriff mit 3 Würfeln, nur um dann selber Obrins Konterattacken zu erliegen. Diesen einen Punkt brauchte ich unbedingt, um eines meiner Ziele zu werten, und vor allem konnte mein Gegner keinen Boden gutmachen und es stand nun 4:4. Den Zaubererboss hatte ich auch diesmal mit „Im Augenblick gefangen“ auf Eis gelegt.

In der letzten Runde konnte Averon nur noch eine einzige Attacke starten, welche ich dank der Bannschriftrolle nichtig machen konnte. Dadurch blieben alle meine Kämpfer bis zum Ende unversehrt und ich konnte mit meinen Upgrades noch 5 Punkte dazugewinnen – einen mehr als Jérémie und die Partie endete 9:8. Da Yves mit seiner Jagdgemeinschaft am Nebentisch meinen Mitstreiter um den Thron demontierte, lag ich am Ende des Turniers an der Spitze der Tabelle. Mit einem einzigen Punkt mehr als mein Verfolger. Uff!

Jetzt kann Severin den Helm ruhig weglegen und Glanzschild hat nach all der Prügel einen Wellnessurlaub verdient.

Im Vergleich zum ersten Turnier waren die Duelle viel ausgeglichener verlaufen und die meisten Partien waren bis zum Schluss spannend. Ich hatte immer Mitspieler auf Augenhöhe und vor allem hätten drei Partien genauso gut auch anders ausgehen können. Die defensive Spielweise hat trotz fehlender Action viel Spass gemacht und die Pläne der Gegner zu durchkreuzen, erwies sich als mindestens so effektiv, wie die eigenen zum Gelingen zu bringen.

Ich freue mich schon auf die Titelverteidigung… in drei Wochen.


Etienne: So… endlich war es soweit: die erste richtige Partie Warhammer: Underworlds. Nur: Ich hatte weder Karten, noch Figuren – und lediglich die Erfahrung von einer verlorenen Einführungsrunde gegen Matthias. Genau dieser hat mir aber ein Farstrider-Deck zusammengestellt, da ich ja gerne passiv spiele und eher ein Sniper bin. Nächtelang habe ich mich theoretisch auf das Turnier vorbereitet, im Internet die Karten studiert, Kombos durchdacht und die Regeln studiert. Und siehe da, hat gar nicht so schlecht funktioniert:

  1. Partie: «Ahhhhhh… was nun… ahhhh, ich werf mal alle Karten ab»

Die erste Partie gleich gegen den anscheinend Besten – mit Magie und guten Typen und violetten Würfeln, von denen ich nicht wusste, wie sie funktionieren. Nach 30 Minuten blindem Vertrauen – will ja keinem was vorwerfen – habe ich die Partie 7 zu 5 verloren, und ich war ganz zufrieden. Es wäre wahrscheinlich noch mehr möglich gewesen, hätte ich nicht in der Nervosität zahlreiche hilfreiche Karten abgeworfen.

Auch Averon beherrscht den Fernkampf!
  1. Partie: «Rennt, Farstriders. Rennt!!!!»

Was? Wieso setzt der seinen Typ auf mein Feld? Und was? Der kann sich nicht bewegen? Hmmm… Mein erster Kontakt mit Mollog’s Mob. Immerhin habe ich schnell gemerkt, dass man dieses grosse Pilzding nicht angreifen sollte. Nachdem all die kleinen Biester tot waren, bin ich eineinhalb Runden vom grossen Monster weggerannt – erfolgreich. Meiner erster Sieg.

Etienne hat instinktiv das Richtige getan. Den Fanclub wegballern und dann weglaufen!
  1. Partie: «Rosenkönigin nervt»

Ein harter Kampf, in der die Rosenkönigin durch ihre Mobilität dominierte, und tatsächlich mit dem letzten Zug meinen letzten Krieger plattmachte. So habe ich die dritte Partie – ein 12-12 Unentschieden punktemässig – leider verloren. War aber ein sehr spannender Kampf.

  1. & 5. Partie: «Ratten! Überall Ratten!»

In den beiden letzten Partien ging es zwei Mal gegen denselben Gegner und somit gegen die Ratten – ein sehr guter Gegner für die Farstriders, die sich gemütlich zurücklehnen und die eher schwachen Ratten auf Distanz wegballern können. Nur: Natürlich regnete es so viele Punkte, dass ich den Überblick vollkommen verloren hatte und schlussendlich in der ersten der beiden Partien um 2 Punkte unterlag. Tja, mein Fehler, wenn ich Punkte vergesse. Dafür lief es in der letzten Partie perfekt, und ich konnte alle ausser einen Punkt werten. Noch ein Sieg zum Abschluss.

Sooooo… und jetzt warte ich weiter auf ein Paket mit Farstriders drin und freue mich auf das nächste Turnier. Danke, Asphalt Kreatorz.


Yves: Ach was habe ich mich wieder gefreut… Wieder einmal ein ganzer Abend auf andere Underworlds-Verrückte eindreschen! Meine Wahl fiel dieses Mal auf die Warband „Jagd der Götter“. Nicht die stärksten, nicht die schnellsten, nicht die widerstandskräftigsten, grundsätzlich sowieso nicht die besten Krieger in der Unterwelt. Aber Spass machen die 6 Frauen und Männer!

1. Partie: „Ach, der arme Yann“

Und gleich geht es wie letztes Mal gegen den armen Yann. Genau so wie letztes Mal war seine Spielbretthälfte blutdurchtränkt (eigentlich nicht, da es sich ja um Skelette handelt). Nach dieser Partie war ich direkt zuoberst auf dem Treppchen!

2. Partie: „Eigentlich ist der Kampf schon gelaufen“

Pierre-François mit seinen Cursebreakern hat so ziemlich jeden Zauberspruch erfolgreich gewirkt und jeder Angriff hat gesessen. Daher meinte er nach zwei Runden salopp: „Yves, das wird jetzt nichts mehr!“ Als ich dann in der letzten Runde Ziel um Ziel gewertet und Gegner um Gegner abgeschlachtet habe, wurde sein Blick langsam panisch. Als ich dann noch seinen Häuptling mit meinem letzten Angriff in zwei Stück gehackt habe, rannen einige Schweisstropfen seine Stirn herab… Leider reichte es trotzdem nicht ganz, sein Vorsprung war zu gross! Dennoch eine tolle und spannende Partie.

3. Partie: „Nicht schon wieder diese langweiligen Möchtegern-Voldemorts“

Dieses Mal ging es gegen Jérémie, unseren Topfavoriten. Wie üblich werteten die Cursebreaker Ziel um Ziel, rüsteten sich aus und sangen bereits ihre Ruhmesgesänge an. Haha… Ich hatte jedoch noch ein Ass im Ärmel! Das allseits bekannte „Ready for Action“. Leider haben beide Attacken nicht geklappt. Hätte sie, dann wäre nur noch ein mickriger Zauberer übrig gewesen. Ein leichtes für meine Kämpfer. So aber verlor ich bereits meine zweite Partie.

Manchmal nützt auch ein zweiter Anlauf nichts.

4. Partie: „Endlich kommt der Pilz“

Vor dem Troll/Pilz hatte ich keine Angst. Wenn man schnell genug ist, kann man bestens ausweichen, das andere Gemüse ausschalten, passive Ziele werten und auf das Spielende warten. So geschah es dann auch… Meine Bilanz war wieder ausgeglichen!

5. Partie: „Ich werf dann mal Crits!“

Revanche gegen Pierre-François. Die Voraussetzungen waren ideal. Bei einem Sieg holt sich mein Gegner die Trophäe nach Hause. Falls ich gewinnen sollte, dann steig‘ ich aufs Podium! Die Partie verlief ausgezeichnet. Ich konnte die richtigen Ziele werten, meine Krieger ausrüsten und die Gegner mit Crits wegfegen! Mein kleiner Dackel killte übrigens seinen Meisterzauberer! Ach, das war Balsam für meine Seele. Am Schluss konnte ich gemütlich ein Bräteln veranstalten, die Unterwelt gehörte mir alleine!

Ich möchte mich allen für die tollen Partien bedanken. Es war eine wahre Freude. Grosse Ehre gebührt Yanns Gastfreundschaft. Herzlichen Dank!!

 

2 Kommentare

  1. Hört sich echt spannend an. Scheint wirklich ein sehr abwechslungsreiches Spiel zu sein mit vielen Taktiken und Strategien, bei dem Glück und Vorbereitung/Können in einem guten Verhältnis stehen. Und das man auch mit einer passiven Spielweise gewinnen kann gegen die Haudraufs spricht auch für das Spiel. Lese gerne mehr davon…

    1. Als Gelegenheits-Unterweltler, der natürlich nie die Qualitäten eines Freiburgermeisters vorweisen kann: Ja, deine Einschtätzung trifft ins Schwarze. Die Missionskarten führen genau zu dem von dir beschriebenen Effekt. Haudrauf kann (je nach Volk) klappen – muss es aber nicht 😉
      Schönes Spiel – die Anschaffung lohnt sich. Vorausgesetzt man kann sich dann auch mal zügeln und braucht nicht ALLES. Bei manchen ists’s dafür aber auch schon zu spät. Die werden dann Freiburgermeister. Oder auch Dritte. 😉

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