Muwins Top 3: Lieblingsspiele unserer Frauen

Pünktlich zum Weltfrauentag halten wir für einmal unsere Klappen – und lassen stattdessen unsere Frauen zu Wort kommen. Welche Spiele bevorzugt die bessere Hälfte der MUWINS?


Yves Valentina:

Es war der Ehemann! Ich schwör’s…

Platz 3: Chronicles of Crime: Das Auflösen von spannenden Mordfällen, das Befragen von zwielichtigen Gestalten, das Erleben von faustdicken Überraschungen und die Suche nach wichtigen Hinweisen. Alles, was angehende Detektivinnen und Kommissarinnen in Netflixserien (unsere Liste ist lang, über Die Brücke, ins Happy Valley, weiter mit Marcella bis hin nach Nordirland zu The Fall) und in Büchern passiv konsumiert haben, muss nun in harter Arbeit selber mitgestaltet werden. Da frohjauchzt das Krimiherz!

Platz 2: Mysterium hat uns bereits tolle Stunden mit der ganzen Familie beschert. Immer wieder sind wir begeistert, wie unsere Kinder die Hinweise verknüpfen und eigene Geschichten erzählen. Mein Favorit: In der Bibliothek hat es Bücher. Dein Traum handelt von Bösewichten, über die kann man Bücher schreiben. Ist doch logisch, Mami! Zudem ist das Material toll gestaltet und die Bilder sind faszinierend.

Platz 1: Nur in einem Spiel können die Träume einer Innenarchitektin ausgelebt werden: Mein Traumhaus. Das perfekte Einrichten der einzelnen Räume, die ideale Raumaufteilung auf allen Stockwerken, die Wahl der Farbgebung des Daches oder die Renovierung der Küche, dies und vieles mehr kann die Gestalterin durchleben. Und zudem noch alles, ohne das Familienbudget allzu gross zu belasten! Win-Win-Situation!


Etienne Yolanda:

Platz 3: Eine Spielernatur? Nein, das war ich nie. Bevor ich Etienne kannte, kannte ich UNO. Punkt. Aber was tut man nicht alles für die Liebe? Ich spielte zu Beginn unserer Beziehung dann tatsächlich – und zu meiner eigenen Überraschung – ziemlich bald mal ein Spiel mit irgendwelchen Monstern, sogenannten Kultisten und älteren Göttern… Es sei kooperativ (mittlerweile weiss ich auch genau, was das bedeutet), hat er gesagt, da spiele man zusammen gegen das Spiel und müsse auch die Regeln nicht wirklich kennen. Und tatsächlich haben wir dieses Spiel dann auch ziemlich oft gespielt. Dennoch steht jetzt auf Platz 3 nicht Eldritch Horror, sondern Arkham Horror – 3. Edition, welches zwar immer noch – für meinen Geschmack – etwas zu lange dauert, aber dennoch einfach mehr Spass macht.

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Platz 2: Fortan bin ich den Monstern treu geblieben (auch wenn ich das eigentlich nie öffentlich zugeben würde). Als Etienne mit dem Spiel Villen des Wahnsinns nach Hause kam, fand ich vor allem die zweite Edition mit App – und wieder kooperativ – spannend. Und das nicht nur, weil ich mich für interior design interessiere. Sondern auch, weil ich anscheinend gerne mysteriöse Fälle aufkläre und gerne in geheimnisvolle Welten eintauche. Wir haben jedes Szenario unter vier Stunden gespielt (darauf bin ich ein bitzeli stolz).

Platz 1: Das Design von Time Stories fand ich auf Anhieb schön: Etwas reduzierter als diese Farbexplosionen der meisten anderen Brettspiele. Allem voran mag ich aber die Geschichten, die hier jeweils erzählt werden (die Geschichte rund um die Hippies und Rituale und so – Estrella Drive, glaub ich – gefällt mir bisher am besten) und die verschiedenen Illustrationen der Erweiterungen. Dass wir manchmal mogeln und kurz vor Schluss eigentlich nur noch meisterlich würfeln, finde ich dabei gar nicht so schlimm.

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Benjamin Johannah:

Was spielt eine Historikerin am liebsten? Geschichte natürlich! Deswegen die Top 3 – nicht nach Platzierung, sondern weltgeschichtlich chronologisch…

Früher: Während das klassische Carcassonne als Spiel zwar prima ist, aber historisch als schamlose Schönfärberei der dargestellten Epoche bewertet werden muss, herrscht in Carcassonne – Jäger und Sammler das thematisch erwartete, gnadenlose Gesetz des Stärkeren. Neben dem Säbelzahntigerjagen darf man hübsche Wälder bauen und sich mit Kultstätten gegenseitig den letzten Nerv rauben. Dank Yucata lässt sich quasi ununterbrochen eine Partie an die andere reihen. Und ausserdem verliert Herr Ehemann regelmässig.

Kürzlich: Der Kalte Krieg gibt aus historischer Sicht viel her, wenig verwunderlich, steht deshalb Twilight Struggle mit ganz oben auf der Liste. Es ist zwar inzwischen etwas länger her, aber dennoch: So manches Wochenende wurde bei uns ausgiebig durchs Zwielicht gestolpert – dass das Spiel lange Zeit die absolute Nummer 1 auf Boardgamegeek war, scheint entsprechend leicht nachvollziehbar. Ausserdem verliert der Herr Ehemann regelmässig.

Demnächst: Eigentlich gehörte ja War of the Ring lange Zeit zu den Favoriten – einziges Manko: Man kann den Ringkrieg nun wirklich nicht als historisch bezeichnen. Glücklicherweise wurde dieser Mangel vor einiger Zeit dadurch hinfällig, dass sich die Hobbits (ganz knapp) in puncto Beliebtheit einem neueren, in mehrerlei Hinsicht artverwandten Versteckspiel gegenüber geschlagen geben mussten: Star Wars: Rebellion! Und dass jetzt keiner kommt, das wäre nicht historisch! Und der Herr Ehemann...


Matthias Camilla:

Platz 3: „Die Siedler müssen in diese Liste!“ Der Auftrag meiner Frau bei der Befragung zu diesem Artikel war klar. Die Gründe, wieso ein fast 25 Jahre altes Spiel in ihren Top 3 auftauchen soll, waren eher nostalgischer Natur. Es war das erste Spiel, welches ihr die Welt der (damals) modernen Gesellschaftsspiele eröffnet habe. Sie verbindet sehr viele Erinnerungen damit. Viele Stunden, in denen sie als junge Studentin in einer fremden Stadt mit ihren Freunden gespielt habe. Auch mit mir zusammen wurden einige Abende mit Siedeln verbracht und wir bemerkten dabei bald, dass beide einen konfrontativen Spielstil lieben. Selbst als junges Paar schenkten wir uns beim Tauschen von Holz gegen Schaf nie auch nur das kleinste Gramm Wolle und der Räuber besuchte viel öfter unsere Felder als die der anderen Mitspieler. Leider hat sie mich nur allzu schnell durchschaut, wenn ich versuchte, sie gegen die anderen aufzustacheln, damit sie nicht meine schönen Plätze bebaut. Ja, rückblickend hat Die Siedler diesen Platz mehr als verdient.

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Platz 2: So viele Partien von Decrypto haben wir zwar noch nicht gespielt, trotzdem wird dieser Titel von meiner Frau immer sehr gerne empfohlen, wenn Freunde auf einen Spieleabend zu Besuch sind. Das Spiel verlangt doch einiges an Sprachkompetez und auch Kenntnis der Mitspieler. Beides Dinge, über welche meine bessere Hälfte mehr als genug verfügt (leider auch mehr als ich…) und darum liebt. Der Wermutstropfen ist die Sprachbarriere – wir spielen oft mit nicht-deutschsprachigen Pärchen und in diesen Momenten ist Decrypto manchmal etwas schwieriger für einige Mitspieler.

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Platz 1 hätte ich ohne Nachfrage erraten können. Bei hunderten von Partien auf www.brettspielwelt.de (so hat sie 4 Monate Arbeitsunfähigkeit während der ersten Schwangerschaft überstanden) und unzähligen Runden in echt: Tichu ist und bleibt der Allzeitfavorit meiner Frau. Es verbindet alles, was sie bei Spielen mag. Keine Materialschlacht, überschaubare Regeln, kompetitiv und trotzdem ist einige gute Zusammenarbeit wichtig und man kann während des Spiels auch noch gemütlich über was anderes schwatzen mit dem anderen Pärchen am Tisch. Durch den Wegzug von unseren Hauptgegnern vor einigen Jahren wurden die Partien zwar seltener. Neue Gegenspieler auf das gewünschte Niveau zu bringen braucht etwas Zeit, aber meine Frau würde nie die Möglichkeit einer Partie ausschlagen.


Peter Amaia:

Ich muss vorwegnehmen, dass ich eine Gamerin bin (der PlayStation immer loyal), weshalb meine Sichtweise vielleicht etwas durch die Videospielwelt verzerrt ist. Nun werde ich also kurz über meine Lieblingsbrettspiele sprechen… ja, jetzt habe ich nämlich welche! Wenn man ein Bett mit einem totalen Brettspielgeek teilt, ist das wohl nur die logische Konsequenz.

Ehrenplätze:

  • Claim: Ich bin mit zahlreichen Kartenspielen aufgewachsen, so wurde dieses witzige kleine Spiel schnell einer meiner Favoriten. Fühlt sich an wie ein Klassiker, auch wenn es sich durch neue Mechaniken und niedliche Fantasy-Wesen auszeichnet.
  • Konja: Erneut ein witziges und kurzes Spiel für zwei. Der Umstand, dass meine bessere Hälfte noch nie eine Partie gegen mich gewinnen konnte, erklärt vielleicht auch etwas meine Vorliebe für dieses Spiel… wer weiss.

Platz 3: Ich liebe es, wenn Spiele kompetitiv und strategisch sind. Star Realms verfügt über beide Elemente und bietet dabei viele Optionen. Ich mag die in Frontiers enthaltene kooperative Variante ebenfalls, aber wenn ich die Wahl habe, entscheide ich mich stets für das Spiel gegeneinander. Vom ersten Spielzug an beeinflussen deine Entscheidungen das ganze Spiel und du brauchst einen Plan, um zu gewinnen. Es wird nicht langweilig, ist einfach zu transportieren und kann überall gespielt werden. Und wenn man ihm erst mal verfallen ist, kann man sich auch die App-Version runterladen.

Platz 2: Zugegeben, wir haben noch nicht alle Fälle von Detective gelöst, aber es ist so gut gemacht, dass es einfach in meine Top 3 musste – erst recht, wenn man bedenkt, dass ich die meisten Detektivspiele langweilig und enttäuschend finde. Detective hingegen bietet alles, was man sich von so einem Spiel nur wünschen kann – und mehr! Es nimmt dich mit auf eine Reise. Die Bezüge zu tatsächlichen Begebenheiten, die Antares-Website mit ihrer Datenbank, die Qualität der Komponenten und die ganze harte Arbeit, von welcher die vielen Details zeugen, all das ist einfach grossartig. Bravo!

Platz 1: Meine Liebe für Too Many Bones begann schon lange, bevor es auf unserem Tisch landete. Ich entdeckte das Spiel in Peters Wunschliste auf Boardgamegeek, sah es mir online etwas genauer an und schon hatte es mich. Es sollte sein Weihnachtsgeschenk werden, aber ich war genauso gespannt darauf wie er (vielleicht sogar noch mehr… schlimm, ich weiss)! Als es dann endlich ankam, gab es für uns kein Halten mehr. Allein das Inlay und die Art, wie alles in der Schachtel verstaut ist, war bereits befriedigend – besonders in Anbetracht dessen, dass ich diesbezüglich ein bisschen OCD-mässig drauf bin. Alles hat seinen Platz, wirklich ALLES (ein kleiner Nerd-Orgasmus ist garantiert)! Nach diesem idealen Auftakt spielten wir es mal um mal, während zwei Tagen haben wir praktisch nichts anderes gemacht. Too Many Bones ist perfekt. Ich meine, ich möchte immer noch mehr, aber es ist ein fantastisches Spiel. Durch die Spielchips-Komponenten hat es einen gewissen Retro-Vibe (zumindest für mich). Das Charakterentwicklungssystem macht Spass und ist einfach zu verstehen. Das Artwork ist auch sehr schön. Und obwohl wir die meisten der bisherigen Partien verloren haben, wurde es sogleich zu meiner Nummer eins, was ja auch schon was aussagt. Ich kann es kaum erwarten, es erneut zu spielen und uns auch die Erweiterungen zu holen.


HIER geht’s zu den weiteren Top-3-Listen.


Und wie sieht es bei unseren Leserinnen aus? Was spielt ihr am liebsten? Und wie steht’s um die Frauen und Partnerinnen unserer männlichen Leserschaft?

Ein Kommentar

  1. Schon schön zu lesen, was Liebe so alles bewirken kann: Arkham Horror, Twilight Struggle.
    Bringt eure Frauen doch mal zur nächsten Messe in Essen mit. Eine schöne Familientour ins herbstliche Ruhrgebiet kann ich nur empfehlen.

    Villen des Wahnsinns habe ich auch zuhause, nur nicht als Spiel 😉

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