Wenn ein See-Vogel und Sensler-Zwerge die Westschweiz aufmischen

Letzte Woche war es endlich soweit. Muwins mischte zum ersten Mal die Warhammer Underworlds Szene auf! Gekämpft wurde im beschaulichen Städtchen Fribourg in den Lokalitäten von Asphalt Kreatorz, Gastgeber war der überaus sympathische Punktelieferant Yann. Wie haben sich unsere Krieger gemetzget? Konnten wir die Trophäe bereits in unserem Vereinslokal ausstellen?

Yves: Ich musste im Vorfeld lange Zeit überlegen, mit welcher Streitmacht ich das Turnier in Angriff nehmen soll. Da ich mich meistens mit den Zauberern in den Kampf stürze, befanden sie sich in der Pole-Position. Dann kam das grösste Turnier aller Underworlds-Zeiten in England (164 Teilnehmer). Dort zockten mehr als 20 Leute mit „MEINER“ geliebten Warband. Diese haben alle anderen komplett zerstört und schlussendlich die Trophäe nach Hause mitgenommen. Für mich lag die Vermutung nahe, dass es nun nur so vor Harry Potters wimmeln würde. Um originell zu wirken, habe ich mich also für die Zwerge entschieden. Die Kleinen sind zwar nicht allzu flink, im Austeilen sind sie aber die Grössten! Dann die Überraschung: Von Grimnir und seinen Kollegen gab es mehrere Doppelgänger! Statt innovativ bin ich also nur ein langweiliger „ich folge dem Strom“-Spieler… Immerhin gab es nur eine Schlumpf-Zwergen-Truppe…

Nach dem Kampf ein Bier zusammen… Das ist wahrer Sportsgeist! Zitat Yann: „Ich investiere mehr Zeit in das Bemalen meiner Minis als in die Entwicklung meiner Spieleskills…“

Die ersten beiden Partien zockte ich gegen die Skelette. Betreuer dieser Truppen waren Yann und Vincent. Beides tolle Typen, die Kämpfe machten richtig Spass. Nicht nur, weil sie sehr in die Klingen meiner Helden rannten, sondern weil sie die Vernichtung ihrer Untoten hervorragend mit lustigen Aussagen untermalt haben. Malen ist ein sehr gutes Stichwort: Die Figuren von Yann sind phänomenal und müssen sich vor niemandem verstecken.

Nach der zweiten Runde testete Grimnir bereits den Thron… Scheint ihm sehr gut zu gefallen. Aber Achtung, wer hoch steigt, fällt tief! Und für einen kleinen Zwerg kann bereits eine Sitzgelegenheit zum Mount Everest mutieren.

Natürlich war es auch ganz praktisch, dass sich bei beiden Partien drei Missionsziele in meiner Hälfte befanden. Und dass die Zwerge jeweils mit einem Hieb die Skelette in die Einzelteile zerlegen können. Daher war es nicht verwunderlich, dass ich nach den beiden ersten Partien einen grossen Punktesaldo inne hatte und sich meine Zwerge dementsprechend verhielten…

Von 10 Teilnehmern konnten gerade mal 4 Stück die beiden ersten Partien für sich gewinnen. In der dritten Runde traf ich auf einen davon, Maxime. Er befehligte auch eine Zwergentruppe! Seine Strategie war jedoch, sich anfangs zurückzuhalten und dann gestärkt loszuschlagen. Meine hingegen war, geblendet von den Siegen in der Vorrunde, gleich loszuschlagen und alles was sich bewegt anzugreifen. Plötzlich zeigte sich jedoch der Hauptmann der gegnerischen Truppe in meiner Hälfte und attackierte meinen geliebten Grimnir. Ich wusste, wenn dieser Axthieb gelingen sollte, war es aus die Maus.

Die Karte wird sehr wahrscheinlich sehr bald auf der Liste der verbannten Karten stehen…

Ach was habe ich gejubelt, als ich in der Defensive nur Erfolge gewürfelt habe… Nur um mitgeteilt zu erhalten, dass er seinen Angriff wiederholen könne. Ach du Sch… Und dieses Mal hiess es Kopf ab! Dummerweise spielte er zudem noch „Ready for Action“, griff den Nachbarn des toten Grimnir an und killte auch diesen. Drei Aktivierungen später befanden sich alle meine Kämpfer unter der Erde! Was für eine Schmach, was für eine Niederlage! Die Trophäe ist weg! Mein Schatz…

Emotional komplett zerstört hörte ich aus der fernen Ecke, dass ich nun gegen den Führenden antreten dürfe… Jérémie hat mit seinem Mollog bis zu diesem Zeitpunkt alles zerstört und verfolgte eine Strategie der verbrannten Erde. Glücklicherweise setzte er sein Riesenvieh, den Anführer, in die hintere Ecke, also ausser Schlagdistanz. Ich hätte es aber besser wissen müssen… Dieser starke Pilz wurde in der ersten Aktivierung inspiriert, wurde also stärker, beamte sich mittels verschlungenen Pfaden in meine Hälfte, gleich neben Grimnir… Mir schwante Böses! Und so kam es… Meine kleinen Zwerge hatten keine Überlebenschance. Sie wurden wegradiert. Nur einer konnte davon laufen und hofft nun in seiner dunklen Höhle auf eine Revanche!

Der hat Haare unter den Achseln! Kauft dem bitte eine Schere oder besser einen Rasenmäher! Tolle Minis von Jérémie.

Mit diesem Sieg zementierte Jérémie seinen ersten Platz und musste nur noch auf den Ausgang zwischen der Partie von Matthias und Maxime warten. Das Turnier hat trotz vernichtenden Niederlagen sehr Spass gemacht. Ich empfand es als eine willkommene Abwechslung auch einmal gegen andere Leute zu spielen. Daher liebe Leute: gerne wieder!


Matthias: Meine Vorbereitungen für das Turnier waren schnell erledigt. Ich wusste, dass der Truppe um Sanson mitsamt Falke die Ehre zustehen würde, den ersten „Ernstfall“ zu bestreiten. Bei den neueren Kriegerscharen waren viele dabei mit einer grossen Kriegerzahl, dafür mit eher dürftiger Lebenspunkteausstattung. Die Bolzenpistolen der Weitläufer scheinen ideal, um alle diese 2er-Kämpfer schon aus der Distanz auszuschalten. Ausserdem habe ich mein Deck relativ flexibel gehalten, damit ich auch gegen aggressivere Gruppen bestehen könnte und nicht nach zwei Runden meine 3 Helden als Bettvorleger Verwendung finden würden. Etwas konsterniert stellte ich beim Eintreffen fest, dass viele Zwerge und die Cursebreakers am Start waren. Alles Kriegerscharen, denen die Bolzenschüsse nicht unbedingt viel anhaben konnten. Die Skelette und Skaven, welche auch antraten, zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Kämpfer immer wieder zurückkommen konnten. Jeder Abschuss konnte mir also Punkte geben.

Runde 1:

Fredo, mein erster Kontrahent, stellte seine Zwerge in mittlerer Distanz auf. Da er nur zwei Missionsziele auf seiner Seite hatte, würde das Inspirieren seiner Truppe etwas Zeit beanspruchen. Die kleinen, knapp bekleideten Männer werden richtig gefährlich, wenn sie angespornt sind. Eine angenehme Starthand erlaubte es mir Flinkklinge in Verteidigungsstellung zu bringen, zu inspirieren und eine Angriffsaktion mit „Spalten“ durchzuführen, um so direkt zwei Ziele zu werten („Geänderte Taktik“ und „Welche Rüstung“). Dass der Angriff gelang und mit „Falle“ der erste Zwerg direkt in die ewigen Jagdgründe geschickt wurde, rundete die Sache ab und die drei gewonnen Punkte konnten in Verbesserungen investiert werden. Die Bolzenschusspistolen verhinderten ein Inspirieren des Zwergenhäuptlings und von da an waren meine Kämpfer den Gegenern dicht auf den Fersen und eindeutig in besserer Verfassung. In Runde 3 schaffte es Fredo zwar noch, Sanson auszuschalten, aber die Partie war mit 15:3 ziemlich klar verlaufen.

Runde 2:

Hier trat ich gegen die wunderbar bemalten Skelette von Yann an. Die Partie lief von Beginn weg nach meinem Geschmack. Ich konnte früh Sanson an einer guten Position im gegnerischen Territorium parkieren und die langsam vorrückenden Skelette eines nach dem anderen meinem Falken verfüttern (Reichweite 4!). Einmal angespornt, werfen die Weitläufer 2 Verteidigungswürfel. Dies (und Yanns Begabung für schlechte Würfe) führte dazu, dass mein Gegenspieler genau eine einzige Attacke erfolgreich durchführte, alle anderen Angriffe fehl schlugen und die Partie 20:8 endete.

Runde 3:

Pascal hatte nach eigenen Angaben noch keine fünf Partien Underworlds gespielt und trat mit den Clanratten an. Gegen die Reichweite meiner Kämpfer nützte den Nagern die Schnelligkeit nicht viel und ich hatte in Runde zwei schon alle Weitläufer inspiriert. Zu seinem Pech hatte Pascal nur Verbesserungen gezogen, was bedeutet, dass seine Ratten nicht angespornt werden, da diese dazu von einer Listkarte gewählt werden müssen. So aber fanden die Bolzenschüsse meistens ihr Ziel und dezimierten die gegnerische Kriegerschar nach und nach. Nur Skritch – der Rattenchef – konnte sich mehrmals dank gewürfelten kritischen Erfolgen vor dem Untergang retten. Sowohl Pascal als auch ich schlotterten jeweils, weil beide im Verlaufe des Spiels den „Abpraller“ spielten – beide Male ohne Auswirkung. Am Ende stand es aber 15:5 für meine schiesswütigen Ranger. Die Partie war voller Action und Pascal ein fairer und netter Gegenspieler.

Runde 4:

Maxime trat mir mit den Zwergen gegenüber. Er hatte, wie ich, bisher alle Partien gewonnen und wir wussten, es würde die Partie um Platz 2 oder 3. Meine gezogenen Kraftkarten waren so schlecht, dass ich diese sofort neu zog, nur um wieder 4 Verbesserungen aufzunehmen. Leider konnte ich ohne brauchbare Handlungskarten auch meine 3 Ziele nicht werten. „Meister der Listen“ braucht 3 gespielte Listen, „Ordentliche Gewinne“ punktet erst ab 3 schon gewonnen Punkten und „Welche Rüstung“ funktioniert leider nicht, wenn keiner meiner Kämpfer ein Upgrade hat oder angespornt werden kann. Es kam wie es kommen musste und ich durfte ohne einen Punkt in Runde zwei. Wieso ich diese drei Ziele nicht abgeworfen habe ist mir im Nachhinein ein Rätsel. Zu allem Übel schossen meine Weitläufer immer daneben und konnten leider die Zwerge nicht von ihren Missionszielen runterschieben. Immerhin konnte auch Maxime keine Ziele werten, dafür gelang ihm zu Beginn von Runde 2 eine tolle Kartenkombination mit seinen angespornten Anführer: An den Rand schieben, per „Verborgene Pfade“ neben Flinkklinge auftauchen und den ersten fehlgeschlagenen Angriff dank „Eidverschworen“ wiederholen und der arme Ranger war mit einem Schlag ausgeschaltet. Trotzdem blieb mein Gegenspieler aber bis zur letzten Endphase auf 3 Punkten sitzen, währenddessen ich mich langsam aber sicher auf 7 Siegpunkte hocharbeitete. Highlight war für mich, dass die Karte „Abpraller“ funktionierte und sich einer der Zwerge statt eines Punkts eine blutige Nase holte.

Unknown

Meinem einzigen Überlebenden gelang es am Ende sogar noch, den feindlichen Anführer zu bodigen. Ich war also kurz vor Ende 4 Punkte voraus. Maxime, dieser Schelm, konnte in der letzten Endphase aber 4 Punkte holen, weil alle seine Kämpfer auf meiner Seite standen (zwei seiner Missionsziele) und 3 Punkte, weil keiner meiner Kämpfer in seinem Territorium stand. „Argh!“ – letzteres hätte ich locker verhindern können, da ich meinen Anführer mit „Verborgene Pfade“ auf die andere Seite des Spielfeldes hätte verschieben können. So stand es aber nun 7:10 und ich musste mich mit Bronze zufriedengeben. Ein sicher verdientes aber bitteres Ende. Ich muss mich aber selber an der Nase nehmen. Zuerst zu zögerlich mit dem Abwerfen meiner Missionskarten und dann einen Tick zu passiv – die Zwerge müsste man von Beginn weg unter Druck setzen.

Der Abend war sehr spassig und es war toll, neue Underworldsspieler kennen zu lernen.

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Dieser da ist immer noch nicht in unserem Besitz!!!

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