Essen 2017 – Diese Spiele befinden sich im dunkelsten Keller

Essen 2018 steht vor der Tür.  Nur noch einige wenige Wochen des Wartens müssen wir erleiden, dann werden wieder Dutzende Käufe getätigt und unsere Spieleregale mit neuen Perlen geschmückt. Doch in der Euphorie haben wir uns eine existenzielle Frage gestellt: Müssen neue Spiele her? Sind die Einkäufe der Spiel ’17 alle durchgezockt? Kurzer Sprint (eher 3-stündige Wanderung) durch den Keller und siehe da… ungeöffnete Vertreter des letzten Jahrgangs verschimmeln dort. Um welche es sich handelt und warum dies so ist, erklären wir euch hier.

Übrigens, für unsere Ehepartnerinnen: DIESER ARTIKEL IST REIN SPEKULATIV UND ENTSPRICHT IN KEINSTER WEISE WAHREN TATSACHEN. Im Keller stehen lediglich ca. 4-5 tolle Brettspiele fein säuberlich im Regal und werden regelmässig gereinigt…

Yves: Ganze 7 Spiele setzen bei mir Staub an… Traurig eigentlich! (Anzumerken sei hier, dass ich seit der ersten Version dieser Liste noch schnell 2 Spiele zocken konnte… Man weiss ja nie, welche Geheimdienste mitlesen…)

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Tybor der Baumeister und Flip a Bird (gab es gratis dazu): Wie bereits im Jahr 2016 begab ich mich zum Stand des Österreichischen Spielemuseums, mit dem Ziel, den diesjährigen „Port-Royal“-Geheimtipp zu kaufen. Natürlich ohne vorheriges Regelstudium. Leider habe ich diesen Kauf einfach nur vergessen. „Leider“ deshalb, weil es sich anscheinend um ein solides Spiel handeln soll.

pexels-photo-732894Pocket Mars habe ich zusammen mit dem tollen InBetween gekauft. Den Mars-Ausflug habe ich sogar solo getestet. Leider hat mich dieser Test nicht zu 100% überzeugt. Hinzu kommen nicht allzu gute Reviews. Eigentlich könnte ich das Spiel für die diesjährige Essen-Reise mitnehmen… Passt ja sehr gut in die Hosentasche!

Hida Furukawa wurde leider im Keller vergessen! Blindes Bieten tönt jedoch im Nachhinein nicht allzu toll. Vielleicht kann ich das Spiel dem Verlag wieder zurückgeben.

dirty-industry-stack-factoryPeak Oil habe ich aufgrund des tollen Designs und des spannenden Themas gekauft. Leider fand ich ich die Regeln dann weniger überzeugend und hinzu kamen noch so-la-la Rezensionen. Das Öl muss also noch geschürft werden. Könnte jedoch gut sein, dass diese Quelle nie erschlossen wird.

 

Ich darf Planeten mit Asteroiden zusammenstossen lassen und daraus entsteht dann das Leben? Gekauft! Es hat wirklich Spass gemacht, alles auszupöppeln, ehrlich! Für Cosmogenesis war ich einfach nur zu faul… Sorry!

Für Harvest fand sich noch nicht die geeignete Gruppe. Die einen wollen nur thematische Spiele zocken, die anderen nur Mehrheitsdinger, andere benötigen Minis, wieder andere wollen Kriege nachspielen… Langsam aber sicher gehen mir hier die Argumente aus…

Für alle Spiele gilt: Macht mir per E-Mail (muwinsblog@gmail.com) ein unwiderstehliches Angebot! Bitte! Hopp! Aber schnell… ich bin sogar euer Lastesel und transportiere die Exemplare nach Essen.


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Benjamin: Boah, ey – die ist ja erfreulich überschaubar, meine Liste. Und noch ist nicht Essen ’18 – vielleicht wird sie bis dahin sogar noch etwas kürzer?

Die Serie The Expanse wird ja mehrheitlich mit Lob überhäuft. Ich fand die Charaktere derart oberflächlich, dass ich recht rasch das Interesse verloren habe. Aber: Weltraum geht als Thema (fast) immer, und dazu ein Spiel, dass auch noch COIN-inspiriert sein soll? Immer her damit! Nach mehrmaligem Regelstudium drängte sich jedoch der Verdacht zunehmend auf, dass wir es hier mit einem eher simplen Mehrheitenspielchen zu tun haben. Ich sage nicht nie und möchte The Expanse doch irgendwann noch eine Chance geben (anlässlich einer weiteren Pile-of_Shame-Bekämpfungsaktion?). Aber grundsätzlich gilt wohl: Wenn schon COIN, dann lieber richtig.

„Hä?“ denkt ihr bestimmt, wenn ihr Flamme Rouge: Peloton auf meiner Liste findet. Von Flamme Rouge hat der doch dermassen geschwärmt? Tut er auch nach wie vor. Nur hat er es tatsächlich noch nie geschafft, mit der Erweiterung zu spielen. Die lieben, selbstlosen Kollegen schon. Mit MEINEM Exemplar, wohlgemerkt. Ich nicht. Obwohl ich doch soooo gern möchte…

Hida Furukawa steht neben der Spielregel mit ihrer winzigen Schrift auch das von Yves genannte Problem des blinden Bietens im Weg. Wir haben sicher Besseres in der Sammlung.

The Cousins‘ War hat den Nachteil, ein kleines Zweipersonenspielchen mit sehr spezifischem Thema und ungewöhnlichen Mechanismen zu sein. Wieso das ein Nachteil sein soll, meint ihr? Weil man (ich) die Regeldetails immer wieder vergisst und sich deshalb irgendwie nicht überwinden kann, das Schächtelchen bei einer der wenigen passenden Gelegenheiten endlich hervorzukramen. Deshalb! Allerdings erscheint der Vetternkrieg 2018 auf deutsch. Zeit, den Counter auf Null zurückzustellen und einen erneuten Anlauf zu nehmen.


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Peter: Ha, diese Listen kann ich beide unterbieten. Okay, mein Koffer war auf der Rückreise auch nicht ganz so ausgebeult wie jene von Beni und Yves, aber trotzdem.

The Cousins‘ War hat es auch bei mir nicht auf den Tisch geschafft. Einerseits, weil daneben auch andere Spiel-’17-2-Spieler-Spiele gespielt werden wollten (Iron Curtain, Shadows in Kyoto, Time Barons), andererseits, weil Matt und Yves bereits bei ihrer Probepartie auf dem Rückweg von Essen sich mehr am Kopf zu kratzen als über Verluste des Gegner lustig zu machen schienen. Dennoch: Es bleibt auf meinem „noch zu spielen“-Stapel!

Untold: Adventures Await ist eine Art Erzählspiel bzw. Rollenspiel light, das von Rory’s Story Cubes angetrieben wird. Das klang letzten Herbst irgendwie spannend und witzig, und doch blieb es bisher beim mehrmaligen Begutachten des Spielmaterials und der Regeln. Ich befürchte irgendwie, dass es für meine Pen & Paper RPG-Gruppen ein zu starres oder simples System wäre und handkehrum meinen Brettspielkollegen zuviel Kreativität abverlangen würde. Tja…

Da es sich bei Arkham Noir um ein Solo-Spiel handelt, kann ich hier schlecht anderen die Schuld geben. Ich machte mich zweimal – zugegeben etwas halbherzig – ans Regelstudium und gab’s jeweils nach Kurzem auf. Ich denke nicht, dass die Regeln sonderlich kompliziert sind, aber es entsprach einfach beide Male nicht meiner aktuellen Lust auf etwas schnell Erlern- und Spielbares. Aller guten Dinge sind drei?


Matthias: Wenn mir meine Erinnerung keinen Streich spielt, bin ich mit dem grössten und schwersten Koffer aus dem grossen Kanton zurückgekehrt. Trotzdem wurde ein Grossteil der Beute schon gespielt. Was übrig bleibt, gleicht leider sehr stark den Listen meiner Kollegen:

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Pocket Mars: Nach meiner ersten „Soloregellernpartie“ gab es einen Dämpfer der Marseuphorie. So viel Spiel scheint in der kleinen Schachtel doch nicht enthalten zu sein. Eine letzte Chance kriegt Pocket Mars bei unserer Reise NACH Essen im Herbst. Sollte während den sechs Stunden im Zug plötzlich Langeweile auftauchen, könnte ein Partie drinliegen.

Loot Island hatte ich nicht auf meiner Liste und kaufte das Spiel (wohl in einem Zustand von Müdigkeit und Kaufrausch) mit dem Gedanken, es jemandem zu schenken. Leider hat mich die erste Partie, mit dem Exemplar von Yves, nicht überzeugt. Sowas kann ich nicht mal weiterverschenken… aber vielleicht verkaufen!

Antiquity trug gewiss die Hauptschuld an meinem schweren Koffer. Da war sehr viel Material in der Kiste untergebracht und das Rausdrücken der Kartonteile beanspruchte einen ganzen Abend. Liegt es an der längeren Spieldauer, am umfangreichen Material oder an mangelndem Mut meiner Feinde, dass es dieser Titel von Splotter noch nicht auf den Tisch geschafft hat? Irgendwann wird sich das ändern.IMG_4011


Wie sieht’s bei euch aus? Liegt bei euch auch noch Ungespieltes der letzten Spiel im Regal? Gammeln die genannten Titel zu recht dahin – oder verpassen wir gar etwas wirklich Wichtiges? Sagt uns eure Meinung!

8 Kommentare

  1. Hi,
    vielleicht solltet ihr eure Influencermacht mal dahingehend verwenden die Branche zu ökologisch abbaubaren Brettspielen hinzulenken. Dieser ganze Plastikmüll, der alljährlich aus Essen in die Haushalte und dann irgendwann ins Meer gespült wird ist wirklich erschreckend. Und wenn man schon in diese Richtung denkt, warum dann nicht auch mal ein veganes Brettspiel, oder ein genderkorrektes Worker- und Workerinnen Placement Spiel?

    Und ja, auch ich habe noch unausgepackte Spiele von der Messe 2012. Ich spreche da mittlerweile ganz offen mit meinem Suchtberater drüber.

    Grüße, axelsohn

  2. Da kann ich mich nur anschließen
    🙁 ,leider,aber das hält mich trotzdem nicht davon ab,Weitere in Essen zu kaufen.Das Blöde ist nur daran,dass ich diesen z.T.Schrott nicht los werde. Dann kommt der Gedanke,spiele es doch,obwohl die Spiele schlecht bewertet worden sind.
    Tja,aber warum Zeit verplempern,wenn so schöne Spiele wie Everdell und Dokmus(Essen 2016)warten.
    Da ich noch auf 23 KS warte,werde ich nicht nochmal den Fehler in Essen machen,Spiele von großen deutschen Verlagen zu kaufen.Das Einzige,was ich blind in Essen kaufen werde,sind die Spiele von Tim Fowers,die später nur überteuert zu bekommen sind.
    Ich bin froh,dass ich immer wieder lese nicht allein in meiner Sucht zu sein 😉

  3. Hatte mir Martians a Story of civilization mitgenommen, fand ich dann okay aber mehr auch nicht. Ansonsten ist Essen für mich durch, Zuviel Menschen und wirkliche Schnäppchen bekommt man auch nicht. Den Großteil der Spiele bekommt man eh über das Jahr noch, ansonsten ist es eher die Gesehen und Gesehen werden Party und dafür muss ich mich nicht 1,5 Stunden ins Auto setzen.

    1. 1.5 Stunden? Das heisst, Du wohnst praktisch neben der Halle? 😉

      Natürlich hast Du mit der Verfügbarkeit recht. Für uns sind die 6.5 Stunden Anfahrt halt so etwas wie Ferien oder Abenteuerausflug und eine Gelegenheit, Leute zu treffen, die nicht bei uns um die Ecke wohnen. Deshalb sind wir auch 2018 wieder dabei.

  4. Da wünsch ich euch auch jede Menge Spaß bei eurem Ausflug. Mit 2 jähriger Tochter macht so eine Messe keinen Sinn, aber wie ich schon sagte wenn man eh kein Freund von Menschenmassen ist dann lässt man solche Happenings lieber aus. Ich begrüße die Entwicklung das es viele Spiele schon vor der Messe zu kaufen gibt. Die Great Western Trail Erweiterung gab es gestern schon im Handel.
    Euren Blog finde ich richtig super, viele Themen die man anderswo nicht so liest.

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