MUWINS Top 3: Was von Essen 2017 bleibt

Heimreise von der Spiel 2017: Unsere Taschen voll mit Brett- und Kartenspielen, die wir dort gekauft haben. Etliches wurde gar 3- bis 4-fach von uns Muwinsern über die Grenze gerettet. Mancherlei wurde angetestet oder ausführlich durchgezockt, einiges befindet sich nach wie vor eingepackt im Keller. Die Reise in das Herz der Brettspielszene steht bald erneut bevor, nur noch ein paar Dutzend Tage müssen irgendwie mit Restsommer und unvermeidbarer Arbeitstätigkeit verbracht werden, dann dürfen wir die Koffer mit neuen Exemplaren füllen. Doch zuerst erküren wir unsere Top 3 jener Spiele, „die gekommen sind, um zu bleiben…“.


Yves‘ Top 3

20171119_210413_previewBesondere Erwähnung: Ich hintergehe die Leserschaft gleich zu Beginn meines Rankings. Rhino Hero Super Battle gefällt der ganzen Familie und wird immer noch häufig gezockt oder hervorgekramt, um tolle Türme zu bauen.

 

 

20171208_102631_previewPlatz 3: Ich kanns einfach nicht lassen… auf dem bronzenen Platz folgen 2 Spiele: Inbetween und Iron Curtain. Wir retten die Menschheit entweder vor der Schattenwelt oder den Gefahren des Kommunismus. Schlankes Regelwerk, kurze Spielzeit und spannende Partien. Was will unser Spielerherz mehr?!

 

20180128_195200_previewPlatz 2: Mehr als ein Dutzend Fantasy-Völker findet der Brettspieler in der Slowakei, respektive in Ethnos (zeitloser Witz!). Ohne Minis (also auch ohne exorbitante Beschaffungskosten), ohne Brimborium, ohne 20-seitiges Regelwerk und ohne dutzende Eventkarten mausert sich das tolle Spiel zu einem Top-Vertreter der Area-Control/Mehrheiten-Gilde.

 

Foto 25.11.17, 14 05 34Platz 1: Gold kann eigentlich nur Taiwan gewinnen… Mini Rails – der Verlag Moaideas Game kommt aus dem östlich gelegen Land – wurde schon dutzende Male als Ein- oder Ausstieg bei Spieleabenden oder als Überbrückung bis zum Abendessen während unseren Events auf den Tisch gelegt. Gründe dafür gibt es einige: Spannende und bis zum Schluss offene Partien, Regeln, die auch für Nichtbähnler verständlich sind und eine Spielzeit von circa 20 Minuten.


Benjamins Top 3

Besondere Erwähnung: Der Yves darf das, dann darf ich das auch! Wenn es schon darum geht, rückblicked die bleibenden spielerischen Highlights der letzten Messe zu krönen, dann sind damit primär sicher neue Spiele gemeint. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle die wunderschöne Neuauflage von London (Osprey Games) und die phänomenale Oink-Ausgabe von Modern Art nicht unerwähnt lassen. Insbesondere Letztere hat schon einige Jungspieler, die den Titel vorher nicht kannten, zum Modernartismus bekehrt! Ausserdem kriegt noch Iron Curtain einfach so eine Sondererwähnung, weil 13 Days und Twilight Struggle und so und überhaupt und sowieso. Aber jetzt ist Schluss damit, ich versprech’s. Ach, und Pandemie Legacy Season 2 ist hier nicht berücksichtigt, weil’s sonst eh überall und jedes Jahr obenaus schwingen würde. So, jetzt.

 

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Bunt, aber oho!

Platz 3: Mit am häufigsten hat zweifellos Mini Rails den Weg auf unsere Spieltische gefunden. Die Endspielschwäche dieses Kleinods (ein unumgänglicher Kingmakerzug ist in der letzten Runde eher die Regel als die Ausnahme) wird wettgemacht durch spannendste Zweikämpfe und temporäre Allianzen – und das alles in nullkommanix Erklärungszeit und danach verspielten 20-30 Minuten! TUUUUUUT TUUUUUUUUUUUUUUUT!

 

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Entscheidungen…

Platz 2: Noch ein klein wenig regelmässiger als Mini Rails kam seit Essen 2017 bei uns Startups zum Zug (höhöhö). Eigentlich untypisch für die MUWINS, dass so viele kleine, kurze Spiele einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Aber auch hier gilt: Wenig Erkläraufwand, kurze Spieldauer, und eine stetig steigende Spannungskurve, die bis zum Ende der Partie, wenn alle Handkarten in die Auslage wandern, gesundheitsbedrohliche Ausmasse annimmt. Deshalb Platz 2, deshalb verdient.

 

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Bombiges Böxchen

Platz 1: Keine Erweiterung, sondern eine Variante, und zwar für einen meiner All-time Favourites: Wir sind das Volk funktioniert nun dank 2+2 auch zu viert! Natürlich benötigt man dazu die richtige Gruppe, natürlich schafft es so ein Spiel nicht einfach mal so spontan auf den Tisch. Deswegen ist die Häufigkeit auch nicht das Hauptkriterium (die obigen Titel haben es auch nicht wirklich aus diesem Grund in die Top 3 geschafft, die Kausalität läuft wenn schon, dann andersrum). So kommt es, dass wir noch weit davon entfernt sind, die gegenseitigen Abhängigkeiten auch nur einigermassen zu durchleuchten, aber jede Partie war bisher eine enge Kiste, die Spielspasskurve stetig steigend – wir bleiben nur zu gern dran!


Etiennes Top 3

boxPlatz 3: Geschätzt jedes zweite Spiel im Reisekoffer auf dem Weg nach Hause war ein Escape Room-Spiel. Überzeugt hat mich dabei Unlock! Secret Adventures weitaus am meisten. Vor allem das Szenario im zauberhaften Land des Zauberers von Oz ist schlichtweg genial. Mit Dorothy und Toto, der Vogelscheuche ohne Verstand, dem Blechmann ohne Herz und dem feigen Löwen die Smaragdstadt zu durchsuchen, macht enorm Spass. Dass dabei weder die geflügelten Affen noch die böse Hexe des Westens fehlen spricht für sich… Ein Muss für alle Märchenfans!

 

lost expeditionPlatz 2: Ein Spiel, das zugegebenermassen fast nur noch mit Neulingen auf den Tisch kommt. Natürlich haben die Geschichten und Entscheidungen mit der Zeit etwas an Charme verloren, dennoch ist Lost Expedition weiterhin ein sicherer Wert. Man muss sich je länger, je mehr etwas zwingen, über die reine Symbolik hinwegzusehen und die Geschichte explizit zu erzählen – „Erschiessen wir den Ureinwohner, oder geben wir ihm etwas zu essen?“ Aber wie gesagt, mit Neulingen geht das meist wunderbar.

 

zm7172_box_front-combinedPlatz 1: Auch wenn mir – bis jetzt – der erste Teil besser gefallen hat und eine definitive Bilanz über das Spiel noch ausbleibt, ist hier der Sieg nicht wirklich umkämpft. Obwohl wir noch nicht ganz durch sind, liegt Pandemie Legacy 2 ganz klar auf Platz 1 – auch objektiv an gespielten Partien gemessen. Daher hat der zweite Teil dieser Katastrophengeschichte die Rubrik vor allem mit dem Namen ‚was von Essen 2017 bleibt‘ verdient gewonnen. Wir sind auf die letzten paar Partien gespannt.


Matthias‘ Top 3

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Wo passt das hin?

Platz 3: Mit bunten Klötzchen schöne Türme zu bauen, macht Gross und Klein Spass. Zum Glück habe ich mich an der Messe zum Kauf von The Climbers verleiten lassen. Das physische Schwergewicht (HOLZ), zählt als Regelleichtgewicht und wurde darum den verschiedensten Gruppen vorgestellt und mit ihnen gespielt. Praktisch immer mit positiver Resonanz, sodass ich zuversichtlich bin, auch in Zukunft noch zwischendurch dem Ruf des Berges zu folgen.

 

Foto 04.11.17, 11 02 04Platz 2: Ja ja, auch ich muss hier Mini Rails einen Platz in dieser Top 3 einräumen. Da jeder von uns ein Exemplar über die Grenze geschmuggelt  eingeführt hat, ist es nicht erstaunlich, dass das Zugspiel oft zum Zug kam. Die kurze Spieldauer und die einfachen Regeln erlauben es, eine zweite (und dritte) Partie zu starten, wenn mal wieder Neulinge am Tisch waren, und diese unbedingt auch noch einmal gewinnen möchten.

 

ironcurtainPlatz 1: Iron Curtain wurde in Essen vom Erklärbären so schlecht vorgestellt (Vorlesen aus dem Regelbuch!?!), dass Peter und ich nur aus Höflichkeit am Tisch blieben. 3/4 Jahr später steht das Spiel bei mir an der Spitze, was die Anzahl an gespielten Partien angeht. Mit so wenig Material und Regeln so kniffelige Entscheidungen zu ermöglichen, verdient alle Achtung. Für mich DIE Empfehlung für 2er Spiele.


Peters Top 3

20180201_223134Platz 3: Eigentlich erschien Three Kingdoms Redux bereits 2014, es wurde letztes Jahr jedoch neu aufgelegt und war somit auch eine Art Neuheit in Essen. Bis anhin reichte es zwar nur zu einer ersten Probepartie, aber diese verlief so vielversprechend, dass sich dieses Spiel gleich einen festen Platz auf meinem Regal sichern konnte (und wohl über das Potential verfügen würde, diese Liste anzuführen). Und das, obwohl es im Prinzip ein Worker Placement Spiel ist. Es hat aber einige Trümpfe im Ärmel: Da wäre einerseits die „wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte“-Ausgangslage, denn TKR benötigt nicht mehr und nicht weniger als drei Spieler. Und davon hat jeder ein ganz eigenes Set an Generälen mit Spezialfähigkeiten, die nach und nach ins Spiel kommen, was viel zur Varianz im Spielgeschehen beiträgt. Die Siegpunktauswertung am Ende ist etwas undurchsichtig, um nicht gar zu sagen unberechenbar: Ohne Stift und Papier lässt es sich kaum optimal optimieren, so dass man eigentlich nur abschätzen kann, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, das Spielende herbeizuführen. Für mich persönlich ein Plus, ist man dadurch doch bis zum Schluss gezwungen, gewisse Risiken einzugehen, was die Spannung hochhält.

 

senators_05Platz 2: Ja, es ist swingy, und ja, es ist zum Teil einfach unfair. Aber Senators ist eben auch ein Spiel, das sich herrlich fies spielen lässt – so einem diese Spielweise denn zusagt (wir Muwinser würden so etwas natürlich niemals gutheissen… *hüstel*). Dass sämtliche Spieler praktisch ständig ins Geschehen mit einbezogen sind, ist genauso ein Grund, es immer mal wieder aus dem Regal zu holen, wie die vielen Auktionen. Ich meine, wie kann man Bietmechanismen nicht lieben (zumindest, solange man das nötige Kleingeld hat, um mitzuhalten…)? In den Monaten kurz nach der Spiel ’17 kamen die Senatoren immer mal wieder auf den Tisch, seither sieht man sie seltener… aber das liegt bestimmt nur an all den frustrierten Verlierern, die keinen Bock auf eine weitere Schmach haben.

 

shadows04Platz 1: Shadows in Kyoto ist nicht wirklich ein Spiel, das einen von den Socken haut – es verfügt über keinen expliziten Wow!-Faktor und es bringt im Prinzip auch nichts noch nie Dagewesenes auf den Tisch. Aber es richtet das Dagewesene auf eine frische, fesche und fesselnde Art an, sodass ich es einfach immer wieder gerne aus dem Regal hole. Ja, irgendwie ist es… wie Pizza. Und nun hat man eine neue, variierbare Mischung für den Belag gefunden. Man bricht nicht in Jubelschreie aus, wenn es auf den Tisch kommt, aber es ist einfach immer irgendwie gut. Man kann es überall hin mitnehmen und praktisch jeder, ob Experten- oder Gelegenheitsesserspieler, mag es. Und man isst eigentlich nie nur ein Stück, bzw. spielt nie nur eine Partie. So gesehen gewiss nicht der aufregendste, aber unbestritten derjenige Essenkauf, der sich bei mir am nachhaltigsten etabliert hat.


HIER geht’s zu den weiteren „MUWINS Top 3“ Listen.


Was haltet ihr von unserer Auswahl? Welche Spiele der Spiel ’17 haben sich bei euch durchgesetzt? Wir sind gespannt auf eure Kommentare!

2 Kommentare

  1. Hi,
    was die Spiele, die ich auf der Messe 2017 gekauft habe betrifft, dann ist wohl Senators bei uns am besten angekommen. Auch wenn es oft lange Gesichter gab, wenn die Ereigniskarten sich mal wieder auf einen Spieler alleine eingeschossen hatten.
    Tokio Highway gefällt mir auch noch nach wie vor, obwohl ich wirklich kein ruhiges Händchen habe.

    Lost Expedition hatte ich schon vorher (auch mit Kindern gut spielbar), Mini Rails erst nachher, ihr habt ja alle Exemplare weggekauft! Mini Rails ist einigen Spielern zu abstrakt. Den Meisten gefällt aber der Aktienmechanismus und die Beschränkung auf das Wesentliche.

    Gaia Projekt und Pandemie 2 liegen noch in Folie im Schrank….

    Bin schon auf die Spiel 2018 gespannt. Habe schon ein paar interessante Spiele ausgemacht.
    Ihr werdet ja bestimmt noch eine Preview bringen, oder?

    1. Natürlich werden wir für unsere treuen Leserinnen und Leser wieder ein Preview bringen. Wir sind bereits fleissig am Aussortieren.

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