MUWINS-Spielesamstag: WM-Auszeit

Wir spinnen doch… Während der Fussballweltmeisterschaft (Hopp Schwiiz!) veranstalten wir ein Spielevent. Immerhin, ganze Nationen haben sich inzwischen schon anderen Dingen zugewandt, da sei es auch uns vergönnt, wenn wir eine kleine Auszeit vom kommenden Achtelfinalstress nehmen. Einmal mehr bei strahlendem Sonnenschein wurde ausgiebig gespielt und getafelt…

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Noch ist’s idyllisch… gleich fallen hier die MUWINS ein.

The Banishing

Foto 04.03.18, 15 19 37Matthias: Hat dieses Spiel schon jemand gewonnen? Selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass wir MUWINS in Sachen Kooperationsfähigkeiten noch Luft nach oben haben, scheint mir das Spiel wirklich sehr, sehr schwer zu sein. Immerhin: Es ist uns gelungen, sehr lange im Rennen zu bleiben, aber das „banishen“ der Karten lief einfach zu wenig rund. Vielleicht beim nächsten Versuch.

Benjamin: Öhm, ja. Ein wenig besser als auch schon schnitten wir wohl ab, aber dann wurde unsere Abenteurertruppe einmal mehr übelst vermöbelt. Irgendwie haben wir die richtige Taktik noch nicht raus. Wahrscheinlich müsste man einfach selbstloser spielen und zu Beginn öfter mal freiwillig Monster aufnehmen. Siehe dazu auch das Stichwort „Kooperationsfähigkeiten“ bei Matthias…

Yves: Es ist echt frustrierend. Ich glaube, das Spiel ist broken. Ansonsten hätten wir Intelligenzbestien die Höhle bereits vom Ungeziefer gesäubert. Hat schon jemand erwähnt, dass The Banishing wie ein Prototyp aussieht? Keine Ahnung, wie sowas den Tisch eines Marketingverantwortlichen verlassen kann…

Etienne: Ihr meint wohl The Not-Banishing? Ich war mit meinem Heiler wirklich kein einziges Mal auch nur nahe dran, irgendetwas zu banishen. Dass sich die Truppe von Taugenichtsen immer noch blind ins Abenteuer stürzt ist echt unverständlich. Eh ja, ist ja doch irgendwie lustig… (pssst… versucht trotzdem mal Raxxon!)


La Boca

Foto 30.06.18, 15 03 58.jpgMatthias: Nettes Team-Planlesespiel. Das gemeinsame Bauen mit Klötzchen macht immer noch so viel Spass wie vor Jahren im Kindergarten. Leider ist man bei sechs Spielern während zwei Drittel der Zeit zum Zuschauen verdammt, was für meinen Geschmack zu viel ist. Ich bin in einer kleineren Runde aber gerne wieder dabei.

Andreas: „Das kann ja wohl nicht schwer sein, die paar Kinderbauklötzchen wie abgebildet hinzustellen?“ (Zitat von Yves vor Spielbeginn). Tja, seine eigene Vorgabe zu komplettieren, ist wirklich leicht. Dumm nur, dass wir dazu verurteilt sind, mit einer Partnerin oder einem Partner zusammenzuarbeiten, die bzw. der das Bauwerk von der gegenüberliegenden Seite sieht und dadurch ein ganz unterschiedliches Bild komplettieren muss. Bis das Bauwerk im Wettrennen gegen die Uhr so steht, dass beide ihre Vorgaben erfüllt haben, wird geschoben, geflucht, rumprobiert und wieder von vorne begonnen, dass es eine wahre Freude ist. Mein absolutes Lieblingsbauspiel, das leider vergriffen ist. „Diese Aufgabe ist ja unlösbar! Das muss ein Druckfehler auf der Aufgabenkarte sein!“ (Zitat von Yves mitten im Spiel). Doch, doch, alle Aufgaben sind lösbar…

Benjamin: „Gibt’s nicht, hamma nicht!“ Schade, dass man ausgerechnet dieses Kosmos-Spiel nirgendwo mehr kriegt. Zu sechst hat’s einen Tick zu lange gedauert, vier dürfte die ideale Spielerzahl sein. So oder so macht’s einfach Spass, sich selber als Meisterarchitekten zu sehen, während der Kollege, der dummerweise auf der gleichen Baustelle arbeitet, das schöne Kunstwerk zunichte macht, nur weil er „den weissen Klotz nicht sehen will“.

Yves: Ich fand La Boca langweilig. Nicht nur die Wartezeit zwischen deinen einzelnen Zügen ist ätzend, sondern auch das Klötzchenbauen. Ich war froh, als die Zeit um war.

Etienne: Ich bin froh, haben wir mit jedem Gegen-/Mitspieler zwei Mal gespielt *wink*. Es wäre sonst auch viel zu kurz gewesen, und auch nicht richtig repräsentativ. Alles gut so… Nein, ein durchaus cleveres Spiel, das aber wohl in vielen Gruppen nicht funktionieren wird. Zu viert (und ohne Yves) immer wieder gern.


The Manhattan Project 2: Minutes to Midnight

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Andreas: Meine nukleare Aufrüstung endete so kläglich, dass ich nicht mal den Titel „Little Rocket Man“ verdient habe. Als Letzter hätte ich hingegen den Friedensnobelpreis erhalten sollen. Obwohl: Den kriegen ja heute  eh fast alle; also verzichte ich darauf. Meine allererste Partie Minutes to Midnight hat mir sehr gefallen. Sobald man die Zusammenhänge zu durchschauen beginnt, stehen während des gesamten Spiels spannende Entscheidungen an. Das bitterböse Thema ist geschmackvoll umgesetzt. Ich werde gerne bald mal wieder nach der Weltherrschaft streben und euch allen zeigen, weshalb mein zweiter Vorname Strangelove lautet.

Benjamin: Ich bleibe beim Fazit meiner kürzlich hier veröffentlichten Rezension. Obwohl die einzelnen Aktionen in Manhattan Project 2 rasch gespielt sind, fliesst bei dem Titel ein wenig Zeit ins Land. Die ist allerdings jederzeit unterhaltsam – nicht nur, wenn man die Welt von Anfang an im eisernen Griff hat und nie wieder los lässt (#baaaaadteacher).


Farlight

Matthias: Das kleine Weltraumspiel geht sofort zur Sache und ist schneller vorbei als die Saturn V für das Verlassen der Startrampe braucht. Ein Bisschen Bieten und Bluffen ist notwendig, um zum Sieg zu kommen. Noch wichtiger wäre aber die ausliegenden Missionen und die aufgedruckten Siegpunkte zu beachten, nicht dass sich zwei Dumme um die Brosamen zanken, während der lachende Dritte die fetten Fuder heimkarrt.

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Mein Raumschiff glüht vor Glück!

Yves: Farlight ist der kleine witzlose Bruder von Galaxy Trucker. Wir bauen tolle Schiffe zusammen, mit welchen wir dann die unterschiedlichsten Aufträge erfüllen können. Ohne Witz deshalb, weil die Fortbewegungsmittel der anderen Pösteler nicht in die Luft gesprengt werden können. Gewonnen hat natürlich der wahre Champ, wenn es um die Erfüllung von Missionen und das Einkassieren geht: ICH! Mit grossem Abstand nämlich!

Etienne: Hmm… irgendwie gut, weil kurz, aber auch irgendwie öd, weil sehr kurz. Ich denke, zu viert käme da etwas mehr Konkurrenzkampf ins Bieten, was dem Spiel gut tun könnte. Ich bräuchte aber sicherlich nochmal eine Partie.


Fuse

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Diese Bombe konnten wir entschärfen. Einige andere jedoch nicht!

Matthias: Wieder ein kooperatives Spiel. Hier sind die Gewinnchancen aber besser. Ein paar mal flog uns die Chose zwar trotzdem um die Ohren, aber immerhin konnten Yves und ich in der Zweiervariante einen Sieg heimbringen. Hopp Schwiiz!!! Fuse ist ein nettes Tempospiel für Zwischendurch.

Yves: Ticktack, ticktack, ticktack, Hühnerkacke und… BOOM! Die Bomben sind uns so richtig um die Ohren geflogen. Ein tolles kooperatives, kurzweiliges Spiel: Wir Bombenentschärfer haben 10 Minuten Zeit, um unsere nähere Umgebung mittels Stapeln oder Sammeln von Würfeln zu retten. Meistens konnten wir es nicht. Trotzdem schlage ich allen vor, das bombige Fuse zu kaufen.

Etienne: „Ja, nehmt einfach mal!“ Immer und immer wieder. Nur um sich dann ebenso lautstark zu beschweren, dass er den übrig gebliebenen Würfel nicht brauchen kann… Bravo, Yves…


Star Cartel

Matthias: Mamma mia! Die Hitze hat mich hier völlig plattgemacht. Mittelschwere Regelverstösse gepaart mit schlechter Spielweise zu Beginn haben die Aussichten auf einen Sieg schnell düster werden lassen. Immerhin konnte ich mich gegen Mitte der Partie noch etwas auffangen und einige gute Lieferungen machen. So gut, dass die netten Mitspieler die von mir gesammelten Ressourcen kurzerhand am Markt crashen liessen. Danke! Zu dritt läuft das Spiel super schnell. Das viele Karten nachlegen war bei der Hitze aber zu anstrengend.

Yves: Dreimal in Folge habe ich bereits den Titel „Verkäufer des Monats“ gewonnen. Mit einer filigranen Leichtigkeit natürlich… Man muss halt auch die zukünftigen Entwicklungen des Marktes voraussehen können. Das können die Anderen nicht, ich schon… HAHA!

Etienne: Ich bin echt nicht geschaffen für solche Spiele. So schnell wie möglich aufladen, genau so schnell wieder abladen, irgendeine Karte behalten und am Schluss schauen, was rauskommt. Zweiter Platz – vollkommen zufrieden.


Gordongblöö im des Alpes

cordon bleuBenjamin: Es muss an dieser Stelle einmal erwähnt sein: Das Cordon Bleu unserer regelmässigen Spielstätte. Jedes mal nehme ich mir vor, etwas anderes zu bestellen, aber jedes mal zeigt die Speisekarte eine neue Kreation, an der ich nicht vorbei komme. Diesmal gefüllt mit Raclette, Chorizo und Jalapeños und serviert auf einem Teller, der sogar irgendwie gesund aussah – geschmacklich bisher das absolute Highlight der blauen Bänder.


Puerto Rico

Matthias: Da bei einigen MUWINsern und Entourage eine Bildungslücke geschlossen werden musste, wurde der Klassiker aus dem Regal geholt. Die Partie war extrem spannend und der Ausgang knapp. Das Spiel hat seine Zeit auf dem BGG-Thron verdient. Der Spielfluss ist super und jede Entscheidung zählt.

Yves: Was für eine interessante Partie. Schlussendlich ging meine Mais-Strategie um ca. 2 Punkte nicht auf. Matt erwirtschaftete zu viel Geld und konnte in seiner Stadt zu viele bezaubernde Gebäude erstellen. Vermutlich durfte er das eine Mal zu oft produzieren. Ansonsten hätte es mir gereicht. Oder hätte ich lieber nicht die kleine Markthalle kaufen sollen? Oder besser einen dritten Steinbruch? Puerto Rico gehört in jede ernstzunehmende Spielesammlung. Daher befindet es sich bereits auf meiner Einkaufsliste für Essen ’18.


Schnurrrlock Holmes

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Andreas: Schnurrrlock Holmes und sein böser Gegenspieler Maunziaty? Echt jetzt? Was auf den ersten Blick im Outfit eines Kinderspiels daherkommt, entpuppt sich als forderndes Deduktionsspiel, an dem durchaus auch Erwachsene mit einer Grundneigung zu Kennerspielen ihre Freude haben können. Im Gegensatz zum Titel ist die Grafik atmosphärisch toll. Angesichts der kurzen Spieldauer ist das Glücksmoment, das zu einem Kartenspiel gehört, für mich kein Problem.

Benjamin: Ja, die Namensgebung ist grenzwertig und lässt wenig Gutes erahnnen. Zum Glück täuscht der Eindruck. In gewisser Weise. In der ersten Partie ist uns der Bösewicht zwar noch knapp entwischt, in der zweiten Partie haben wir ihn dann bereits relativ locker erwischt. Zu entdecken, wie man bereits mit relativ wenigen Informationen oft haufenweise Verdächtige (zu recht) ausschliessen und präzise Verdächtigungen aussprechen kann, hat wirklich Spass gemacht. Allerdings gewinnt dann eben doch nur der eine, beste Detektiv, und das verheisst spielmechanisch oft nichts Gutes (siehe dazu auch unter dem Stichwort „Kooperationsfähigkeiten“ bei Matthias). Unsere Anstrengungen (natürlich nur im Dienste der Wissenschaft), das Spiel durch destruktives Verhalten auszuhebeln, haben allerdings auch nicht gefruchtet. Tatsächlich und endlich ein MUWINS-taugliches, semikooperatives Spiel also? Ja und Nein: Die schnellste Methode, um zu möglichst viel Information zu gelangen, ist grundsätzlich rasch klar, das Kartenglück spielt demensprechend oft das Katzenzünglein an der Waage. Andreas hat’s gesagt: Aufgrund der kurzen Spieldauer ist das zumindest einige Partien lang kein Problem – ob das Spiel auch langfristig motiviert, wird sich zeigen müssen (ich bin aber gern wieder dabei). Und vielleicht folgt ja schon bald die Dr. Miautson-Erweiterung…


Tempel des Schreckens

Foto 30.06.18, 23 07 32Matthias: Amazonen gegen Schatzsucher! Irgendwie war ich bei (fast) allen Partien im falschen Team und fand statt der Schätze nur leere Grabkammern oder wurde als Wächterin schon in Runde eins der Lüge überführt. Ich finde das Spiel trotzdem sehr witzig und für diese Spielerzahl sehr gut geeignet.

Andreas: Ich war natürlich auch (fast) immer im falschen Team! Nur so lässt sich meine Verliererquote erklären. Der unverwüstliche Klassiker macht mir so oder so immer wieder Spass!

Yves: Ben hat mich gefühlt in jeder Runde des Verrats bezichtigt. Jedesmal lag er falsch. Das ist natürlich für die Erfolgsquote nicht förderlich. 5 von 6 Partien habe ich verloren. Gratulieren möchte ich unseren beiden Damen: Ihre Leistungen verdienen einen/mehrere Oscars!

Benjamin: Das Bild machts deutlich: Don’t Mess with Cthulhu – diesmal in der eingedeutschten, monsterlosen Version – kam thematisch passend spät nachts zum Zug. Dass der ideale Rausschmeisser nicht nur zum Rausschmeissen, sondern auch zum Leute-an-den-Tisch-Fesseln taugt, zeigen die gleich sechs gespielten Partien – von denen ich fünf (von wegen „jedesmal lag er falsch“) gewonnen habe. Päägg doch, Yves.

7 Kommentare

  1. Ich nehm auch einmal so nen Cordon Bleu. Ab einem gewissen Alter weiß man einfach was gut ist. Da muss nicht immer was neues her. ich bestell auch immer das gleiche: Pils

  2. Das Problem, in jeder Runde des Verrats bezichtigt zu werden kenn ich ja. Der B. behauptet auch bei jedem Secret Hitler als allererstes, er wüsste schon wer Hitler sei. Darauf kann und darf man keine Rücksicht nehmen. Befehl des Führers!

    Das neue Cordon Bleu muss ich beim nächsten Mal dringend auch mal probieren …

  3. Das habt ihr jetzt davon. Wenn ihr lieber Brettspiele spielt anstatt mit dem Auto hupend und fahneschwenkend durch die Gegend zu fahren.

    Ich hätte es euch trotzdem gegönnt.

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