200:1 – Kingmaker

*** DIE ABSTIMMUNG IST BEENDET ***

Die  Argumente von SHOTGUNPETE haben euch am meisten überzeugt. Mit seinem klaren Votum für Kingmaker-Spielzüge holt er den dritten Sieg in Folge. In Zukunft werden wir am Spieltisch ganz nett zu ihm sein… (zumindest bis er uns beim Gewinnen nicht mehr dazwischenpfuschen kann.)


Maximal 200 Worte, 1 Thema – das ist die Vorgabe! Die MUWINSer duellieren sich für einmal nicht am Spieltisch, sondern über ihre Tastaturen. Unabhängig voneinander verfassen wir eine Stellungnahme zum vorgegebenen Thema, und IHR entscheidet, wer euch mehr oder weniger überzeugt hat. Viel Spass mit der heutigen Ausgabe von… 200:1!

Wieso weiterspielen, wenn der Sieg immer weiter in die Ferne rückt? Mitspracherecht natürlich. Wenn schon nicht mir, will ich zumindest (mit)entscheiden, wem der Thron denn sonst gehören soll. Am Kingmaker haben natürlich nicht alle Mitspieler ihre Freude. Etliche MUWINS-Partien wurden bereits von einem Kingmaker entschieden und nicht selten stand eine Freundschaft auf dem Spiel.

Ist die Möglichkeit eines Kingmaker-Spielzuges Zeugnis eines schlechten Spiels, oder macht er das Spiel erst richtig spannend?


Lukebigbosss: Mir machen Kingmaker-Spielzüge nichts aus. Ausser sie zielen gegen mich. Dann sind sie nur dumm, überflüssig und unverständlich! Dieser Typ erhält von mir nie mehr wieder Schnaps oder Bier. Nur noch Fusstritte. Anfügen möchte ich noch: Blut ist schwerer als Wasser. Daher gewinnt Matt auch nie ein Arenakampfspiel, bei dem die glorreichen und sehr schönen Brüder mratn & Bigbosss anwesend sind. Das nenne ich dann Blutkingmaker!


mratn: Der Weg auf den Thron ist kein leichter. Wer tatsächlich Anspruch auf die Krone anmeldet, muss mit allen Wassern gewaschen sein. Skrupel stehen im Weg, Zögern ist unnütz und Mitleid hilft nur deinem Feind. Aber das Wichtigste – für jeden König – ist und bleibt die Unterstützung. Ein Kingmaker ist ein Gütesiegel in der Brettspielwelt. Er zeugt – meist – von Intrigen, gebrochenen Bündnissen, fiesen Machenschaften, Dolchstosslegenden und vor allem unvergesslichen Geschichten. Es gibt dabei lediglich eine Regel: der Kingmaker muss – oder sollte – spielspezifisch sein (auch wenn ich persönlich eine eher dehnbare Definition des Begriffs bevorzuge – «weil du mein Bruder bist» reicht bei mir vollkommen). Die Kingmaker-Entscheidung sollte ‘irgendwie’ mit dem Verlauf des Spiels gerechtfertigt werden. Wenn ich eine Partie lang denselben Spieler angreife, muss ich mich nicht wundern, wieso dieser plötzlich in der letzten Runde mit all seinen Truppen vor der Tür steht und nicht auf dem vollkommen freien Nachbarfeld – auch wenn es ihn in der Schlusswertung minimal besser aussehen lassen würde. Es ist eine Illusion, dass alle Mitspieler stets den für sich optimalen Zug durchführen. Das ist mitten im Spiel nicht so, und ist auch in der letzten Runde nicht so – vor allem bei MUWINS. Daher, nur her mit dem Kingmaker!


Oldiebenji: Im Gegensatz zum Einleitungstext möchte ich anmerken, dass es auch zu einem Zeitpunkt, zu dem man sich möglicherweise zu recht als chancenlos auf den Sieg betrachten kann, nicht in jedem Fall nur darum gehen muss, den Gewinner mitzubestimmen. Am einfachsten nachvollziehbar ist das bei Kampagnen, wie etwa einer Saison Flamme Rouge. Dort zählt nicht nur die aktuelle Platzierung, sondern sogar jeder eingefahrene Rückstand in Form zusätzlicher Züge. Die Motivation, mit den eigenen Sportskanonen möglichst rasch ins Ziel zu kommen, bleibt in diesem Fall unabhängig von der Rangierung bestehen. Schlaumeier können nun anführen, dass das ja dann eben noch nicht das Spielende wäre, dass dieses aber unabwendbar irgendwann trotzdem eintreten wird und man dann wieder vor dem gleichen Problem stehen würde. Die Schlaumeier haben recht. Auch dort lässt sich aber immer argumentieren, dass man darauf abzielen kann, die eigene Position nach Möglichkeit noch zu verbessern, statt jemanden anders zu krönen. Manchmal. Nicht immer. Und wenn’s dann halt doch mal einen Kingmaker braucht: Es ist ein Spiel! Leb‘ damit, spiel’s nicht mehr oder pägg doch!


Mattthecrow: Wir lieben böse Spiele. Auf dem Spieletisch darf es gerne ganz gemein zu und her gehen. Zudem  sollen die Züge der Gegenspieler ruhig kommentiert werden und jammern, drohen, fluchen und Versprechen heucheln sind auch ok. Während einer Partie kann es vorkommen, dass Entscheidungen von mir oder dem Gegner nicht immer dem bestmöglichen Spielzug entsprechen. Ich habe kein Problem mit subobtimalen Zügen. (Sollte ich der Geschädigte sein, biete ich gerne meinen Rat zur Unterstützung an.) Kritisch wird es erst in den letzten Runden, wenn klar wird, dass Spieler A nicht mehr gewinnen aber mit seinem Zug noch den baldigen, königlichen Sesselfurzer bestimmen kann. Hier gibt es für mich nur ein richtiges Verhalten: Spieler A macht den Zug, der seine Position im Schlussklassement verbessert. Schleimige Bemerkungen à la „er ist mir lieber“ fühlen sich unsportlich an und sind hilflose Versuche des Verlierers, sich besser zu fühlen. Ein Bisschen Ehre sollte schon sein. Wer welche hat. Ein Kopf im Po ist schliesslich für beide unangenehm.


Shotgun Pete: Am Spieltisch ist es doch eigentlich so wie bei den olympischen Spielen: Wer Silber oder Bronze holt, interessiert schon am Tag danach niemanden mehr. Ruhm gibt es einzig für den Sieger! Deswegen habe ich prinzipiell auch kein Problem mit Kingmaker-Spielzügen. Diese sollten dann während des Spiels einfach mitbedacht werden: Fährst du mir mehrmals unprovoziert an den Karren, fahre ich den meinen halt womöglich kurz vor Schluss auf dein Paraderosenbeet und lade meinen Mist darauf ab. Auch wenn ich dadurch Vierter statt Dritter werde. Ist es unfair, dass ich so meinem Nachbarn, der aus eigener Kraft nicht mehr hätte gewinnen können, mit dem ich aber während der ganzen Partie friedlich koexistierte, den Weg zum Sieg ebne? Nein, ist es nicht. Brettspiele haben Regeln, an die gilt es sich zu halten, soviel ist klar. Aber wenn ich die Macht habe, jemanden zum König zu machen… warum sollte ich sie nicht nutzen? Und zwar so, wie es mir beliebt? Haha! Oh, schaut, wie sie zittern, die beiden Siegesanwärter! Wie sie mich anflehen, mit Blicken und Worten, „fair“ zu spielen, „ehrenhaft“, „sportlich“! Ha! Ich lache ihnen beiden ins Gesicht und mache meinen Zug, wie es mir gefällt – und bin dabei der wahre Gewinner!


Wer hat euch am meisten überzeugt? Gebt ihm eure Stimme bis und mit Sonntag, 3.12.2017, danach informieren wir hier über das Ergebnis!

Und wie siehst du das Ganze? Diskutiere mit und hinterlasse doch direkt einen Kommentar!

 

10 Kommentare

  1. Vorab: Spiele in denen es oft zu Königsmacher-Situationen kommt haben für mich Regelschwächen. Kam ja auch in euren Beiträgen raus, das ein geschenkter Sieg sich nicht so wirklich gut anfühlt.

    Trotz meiner genialen Spielweise kommt es erstaunlich oft vor, dass ich eher darum spiele, ob ich letzer oder vorletzer werde anstatt erster oder zweiter (wahrscheinlich auch Regelschwächen). Finde normalerweise „Vorletzter“ dann auch ein gutes Spielziel. „Der Letzte“ hört sich echt schlecht an.

    Manchmal kommt es aber vor, dass noch offene Rechnungen aus vorherigen Zügen in dem Spiel beglichen werden müssen. Dann kann es natürlich sein, dass ich so richtig „Letzter“ werde, einen anderen Spieler aber noch mit runter ziehe. Derjenige sollte dann aber auch wissen warum. Gefälligkeiten außerhalb des Spiels (Bier, Geld, Sex) finde ich schwierig als Grund für eine Bevorteilung. Auch ein Aufrechnen von Spielen aus der Vergangenheit, in denen der eine dem anderen irgendwas nicht gegönnt hat, sind nicht gut und sorgen für eine muffelige Stimmung.

    Merksätze dazu aus den Kalender:
    „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbt hinein“ oder
    „Hochmut kommt vor dem Fall“ und
    „Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus“

    Damit kann jeder Spieler etwas anfangen…

      1. Stimmt, deine Argumentation passt viel besser zu meiner Meinung. Aber du schreibst nix von „Kopf im Po“. Da werden meine niederen Humorrezeptoren angesprochen. Nächstes mal bekommst du meine Stimme, versprochen!

  2. Dann stimme ich doch grad mal in passender Kingmaker-Manier. Weil, weil….darum halt.

    Aber nein, ihr seid euch ja eigentlich recht einig (nehmt mal gopfertammi ein Thema wo ihr euch die Köpfe einschlagt! :P) Aber ganz ehrlich: Kingmaker gehört doch einfach zu Muwins. Das ist elementarer Bestandteil eurer Philosophie. Denn Kingmaker ermöglichst soviel Hinterhalt, Verrat und „Pössele“ (sagt ihr sowas auch? Naja, egal.) dass das einfach dazu gehört.

      1. Tut mir leid. Meine Loyalität gilt dem König. ;P

        (zumindest solange bis ich mich auf den Thron schwingen kann. Harhar.)

  3. Seit wan geht es bei Königswahlen fair zu und her. Wer am meisten intriegierte, am fiesesten wahr, am skrupelosesten … etc der wurde schlussendlich könig… an seiner seite ein *underdog* der ALLES für seinen könig tat. Meist ein velierer aber *hinterhältig fiese souhung* aus dem pöbel… klingt ganz nach petes spielweise lieber letzter zu sein aber die gunst des königs auf seiner seite!!!! 🙂

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