Rückschau auf die Spiel ’17

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Die MUWINS sind nach Hause zurückgekehrt, mit massenhaft Spielen und noch mehr Eindrücken. Die schönsten, schrägsten, skurrilsten, enttäuschendsten aber auch überraschendsten Erinnerungen möchten wir gerne mit euch teilen… 


mratn: 

Eines vorweg: Essen, dein etwas älterer Taxifahrer mit grauem, längerem Haar und Bart (mit-MUWINSer, bitte korrigiert mich, wenn ich ihn falsch beschreibe) ist bei weitem der sympathischste Taxifahrer, den ich je gesehen habe – auch wenn in rund 15 Minuten so viele Leute beschimpft wurden wie’s nur geht.

So, das musste ich loswerden…

Die Enttäuschung: Die Spiel ’17 startete eigentlich mit einer riesen Enttäuschung, und dies noch bevor die Reise nach Essen überhaupt los ging. Die E-Mail von Hush Hush Projects, die irgendetwas über Züge, Tornados und Verspätungen erzählte: Riesiges Glück sei notwendig, damit Fog of Love an der Spiel überhaupt zum Kauf oder Abholen bereit liegen werde. Och ne! ABER, immerhin gab’s das fertige Spiel zu sehen, und das hat meine Laune auch schon fast gänzlich wiederhergestellt.

IMG_5452(Wenn wir schon bei der Enttäuschung sind: Das Testspielen von Batman – The Board Game entpuppte sich als einstündiger Regelerklärmarathon. Nach einem Zug als Batman – dauerte ca. 40 Sekunden – bin ich dann schnellstmöglich abgehauen. Der Erklärbär (oder ours d’explication) und meine unbekannten Spielpartner haben mir die Lust am Spiel zumindest für den Moment vollkommen genommen. Wir werden sehen, ob sich mein Batman-Herz erholen wird, denn mein Zug hätte durchaus Spass gemacht und soooooo kompliziert kann das Spiel nicht sein.)

img_9747Die Überraschung: Geben wir uns halt mit dem zufrieden, was auch tatsächlich da war. Und da hätten wir beispielsweise Climbers. Auch wenn es unnötig kompliziert und falsch erklärt wurde, steht dieses Kletter- und Bauspiel (noch) auf meinem Spiel ’17-Thron. Es wurmt mich seit dem regelkonformen Spielen am Abend im Hotel, dass ich es mattthecrow nicht gleichgetan und das Spiel eingepackt habe. Ich denke – ohne eine Entschuldigung suchen zu wollen – dass dies etwas mit der mangelnden Qualität der Regelerklärung zu tun hat. Sehr schöne Komponenten, ein Spiel für Jung und Alt, für Anfänger und Vielspieler – einfach top!

Die Wut: Wer lanciert eine Kickstarter-Kampagne während der Spiel? Ich rege mich so auf. Wie soll ich nach diesem Shopping-Massaker weitere 60 Euro auf der Kreditkarte rechtfertigen? Und wenn ich damit im Klaren bin, wie verkaufe ich das meiner Frau? Eh ja, ich habe noch vier Tage Zeit: Denn Tsukuyumi macht echt Laune. Es img_9746gibt zu wenig Zeit und zu viele Strategie-Spiele – dies zeigt sich auch darin, dass kaum solche den Weg von Essen in die Schweiz gefunden haben. Aber dafür hätte ich noch etwas Zeit und ein mittelgrosses Plätzchen im Schrank übrig. Nach einer Testrunde scheinen die Fraktionen durch enorme Asymmetrie sehr spannend und das Spiel als Ganzes sehr flüssig und schnell. Tsukuyumi ist sicherlich eine Überlegung wert…

Das Fragezeichen: Zum Schluss soll noch Downforce erwähnt sein. Ein tolles Wett- und Rennspiel, bei dem der Rennsieger nicht zwingend auch die Partie gewinnt – auch wenn dimg_9729ies bei uns beide Male so war. Wir brauchen wohl noch einige Partien, um das Zusammenspiel zwischen Rennen und Wetten vollkommen zu durchleuchten und verschiedene Strategien zu entdecken – sofern das Spiel dies überhaupt zulässt. Denn wenn ein Fahrer von Beginn weg klar in Führung geht und so natürlich nur auf sich wettet, ist Renn- und Wettsieger derselbe und das Spiel wird etwas mühsam und öde – es sei denn, die Gegner verpennen es nicht, zusammenzuspannen. Ich hoffe, Downforce findet am nächsten Spieltag wieder den Weg auf den Tisch…

So, und nun geht’s ans Spielen…


Lukebigbosss:

Gleich am ersten Abend eine riesen Überraschung: Die Pizzeria rechts, dann links, dann gerade aus von unserem Hotel erwies sich als kleine Perle. Das Lokal sieht zwar aus wie eine billige Absteige, meine Pizza, belegt mit einer türkischen Knoblauchwurst, war jedoch hervorragend…

Anfangen möchte ich mit einem Negativpunkt: Entdeckungen blieben bei mir aus. Ich habe gänzlich Spiele gekauft, die sich bereits vorher auf meiner Must-Buy-Liste befanden. Das liegt vielleicht daran, dass diese Liste (zu) umfangreich, die Tische für Testpartien fast immer belegt und kaum Zeit vorhanden war und ich mich zudem teils einfach nur von der schieren Masse überfordert fühlte. Die Alternative, sich weniger im Vorfeld zu informieren und nur Käufe nach Testpartien zu tätigen, erscheint mir undurchführbar. Ich muss dieses Problem mit meinen Eurospielkollegen durchoptimieren! Wenn ich eine Strategie gefunden habe, leite ich sie gerne weiter.

Dawn of Peacemakers
MUWINS als Friedenstruppe! Hat ohne Probleme gut geklappt.

Angespielt haben wir drei Kickstarterprojekte: Dawn of Peacemakers, Tsukuyumi und Batman. Von diesen konnten vor allem die ersten beiden überzeugen. Beim kooperativen Dawn of Peacemakers betätigen wir uns als Friedenstruppen und versuchen einen Krieg zu stoppen. Ein Friedensspiel also… Unser „Gegner“ sind zwei verfeindete Truppen, die vom Spiel selbst gelenkt werden. Tolles Setting, schönes Design und einzigartig! Mehr dazu bald bei uns.

Tsukuyumi wurde uns als gateway Area-Control-Spiel angepriesen. Am Meet’n’Play wurden wir zu einer Testpartie eingeladen. Um ein kurzes Spiel für zwischendurch handelt es sich definitiv nicht: Eigenschaften wie mehrere Fraktionen mit asymmetrischen Fähigkeiten, eigene Stärken und Schwächen für jede einzelne Einheit, unterschiedliche Aktionsmöglichkeiten und offen ausliegende Missionen zeigen alle, dass es sich eher um ein Schwergewicht handelt. Die Erklärungen zum Spiel waren jedoch hervorragend. Da dürfen sich viele Erklärbären und -innen eine Weiterbildung buchen! Tsukuyumi spielt sich nach anfänglichen Schwierigkeiten einigermassen fliessend. Das Kampfsystem ist gewöhnungsbedürftig. Ich persönlich finde es nicht allzu spannend. Das grösste Plus sind jedoch die wunderschön gezeichneten Grafiken. Ein grosses Kompliment an den Zeichner und Designer Felix.

Ich werde sehr wahrscheinlich Dawn of the Peacemakers backen, gleichzeitig warte ich auf die Veröffentlichung von Tsukuyumi und die darauf folgenden Reviews. Zu Batman kann ich nichts sagen. Ich habe nur Fotos gemacht und mich ausgeruht.

After the Virus
Nicht Batman, aber trotzdem ein Held: Adam. Die Zombies haben ihm den kleinen Zeh abgebissen und seine Schulter angeknabbert. Trotz diesen kleineren Blessuren hat er für Recht und Ordnung gesorgt!

Beendet habe ich meine Spielemesse mit einem vierfachen 6er Wurf! Gaga Games waren von meiner Leistung so entzückt, dass sie diese mit einer Ausgabe von Steel Arena: Friday Night Robot Fight belohnten. Ich meinerseits war so glücklich, dass ich vergessen habe, Safe House zu kaufen. Denn das wäre der eigentliche Plan für die letzten 5 Minuten in den heiligen Hallen gewesen. Vielleicht nächstes Jahr…

Rhino Hero
Wenn der Ältere Ingenieur, der Mittlere Bauarbeiter und die ganz Kleine Superheldin werden will, ist Rhino Hero ein Must!

Meine ersten Highlights nach einigen ersten Testrunden sind Rhino Hero, After the Virus, Modern Art und Downforce. Eine detaillierte Analyse ist jedoch erst in einigen Tagen möglich.


Oldiebenji:

Die grosse Enttäuschung gleich vorneweg: Senators. Warum nur hab ich mir das nicht geholt!?!?!? Ein wenig gemildert wird der Herzschmerz lediglich durch den Umstand, dass Shotgun Pete wieder einmal schneller gezogen hat (sein Portemonnaie nämlich) und ein Exemplar erbeuten konnte, so dass wir uns auf der Heimfahrt ausgiebig (und im zweiten Anlauf sogar regelkonform) die Sesterzen um die Ohren hauen durften.

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Senators in Aktion. Die spielerfreundlichen ICE-Tische werden standardmässig mit Sichtschirmen zum Hochklappen geliefert.

Ansonsten hat die Spiel wiederum die wochenlange Aufregung vorher gerechtfertigt. Gestählt durch unsere eigenen, enorm hilfreichen Tipps haben wir diesmal auch einige Fehler vermieden und waren bei der Jagd deutlich effizienter und fokussierter als noch im letzten Jahr. Hat man das Zielobjekt nämlich einmal im Visier, sollte man sich durch NICHTS mehr davon ablenken lassen. Oder fast nichts, denn ausser dem Umstand, dass ich mit der eigenen Beute (mit oben erwähnter Ausnahme) sehr zufrieden bin, habt ihr (ja, ihr) uns wiederum die besten Erinnerungen beschert! Es ist immer wieder schön zu sehen, wie schnell man an der Spiel mit anderen Verrückten ins Gespräch kommt, um gemeinsam eine Demopartie zu zocken oder auch einfach nur über unser Hobby zu diskutieren.

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Der Essen-Haul im Essen-Hotel. Damit ihr wisst, was auf euch zukommt.

Als Riesenbonus hatten wir dieses Jahr die Gelegenheit, einige unserer Leser, andere B/Vlogger und Verleger (sowie einen besonderen Taxifahrer) persönlich zu treffen, mit manchen sogar recht ausführlich zu zocken (zum Beispiel am empfehlenswerten Meet’n’Play). Danke Euch für jedes Ansprechen, Fototweeten, Mitspielen (im Fall des Taxifarers fürs Lebensweisheiten vermitteln) – ihr bleibt unsere wahren Highlights der Spiel!

Hm… ihr mögt keine Komplimente und wolltet eigentlich lieber etwas zu den Spielen hören? Ok, aber erst mal nur ganz kurz eine unvollständige, völlig willkürliche Auswahl:

  • Modern Art (Oink): Kommt lediglich in einem verdoppelten Oink-Schächtelchen daher und ist folglich immer noch winzig… und genial. Beste Schachtelgrösse aller Zeiten!
  • Startups: Ebenfalls von Oink, diesmal in der ganz kleinen Schachtel. Tolles Spiel für Zwischendurch – natürlich mit dem typischen Twist.
  • After the Virus: Ich kann den ganzen Anti-Zombie Hype nicht verstehen. Zombies gehen IMMER! Zumindest, wenn sie so gut gemacht sind wie hier. Solo oder mit bis zu zwei weiteren Überlebenskünstlern versucht man szenarienbasiert und kooperativ die Apokalypse zu überleben. Sauschwer, saugut. Bald gibt’s dazu mehr.
  • Mini Rails: Hach, dass man mit derart einfachen Mechanismen noch solch tolle Spiele kreieren kann…
  • Tulip Bubble: Wir spekulieren um die Wette bis es kracht. Der Markt nämlich. Der Spannungsverlauf steigert sich gegen Ende einer Partie fast bis ins Unerträgliche.
  • Downforce: In unseren zwei Partien hat jeweils die gleiche Fahrer-Eigenschaft gewonnen. Offensichtlich sind wir zu zurückhaltend beim Bieten… Wir werden uns bessern!
  • Empires: „Ich bau mir mein Imperium“ für Einsteiger. Mit einfachsten Mitteln kloppen sich hier bis zu zehn (!) erfahrene oder auch Jungdespoten um eine möglichst loyale Bevölkerung und versuchen dabei, Aufstände zu vermeiden. Das Volk will Luxusgüter! Ab an die Spiel!
  • Dawn of the Peacemakers steigt demnächst als Kickstarterprojekt ins Rennen um die Spielergunst. Wir durften es mit dem Autor antesten. Das ungewöhnliche System hätte sie verdient!

… mehr demnächst auf diesem Kanal…


Matthecrow:

Was für die Sardine die Dose, ist für den Spieler die Messe. Eng und oft ein Gedränge war es auch in diesem Jahr wieder in den Hallen von Essen. Die Duftmischung war genau abgestimmt: Frisch ausgedünsteter Schweiss auf altem, nicht gewaschenem Shirt, der Schnittpunkt zwischen Currywurst und Knoblauchbrot und natürlich das Bukett von neuen, frischen Spielekartons. Ausserdem geht es in den Hallen so laut zu und her, dass man von den Ausführungen der (fast) immer motivierten Erklärbären nur jedes zweite Wort versteht. Ich hoffe, diese kurze Warnung reicht, um jedem Leser klar zu machen, diese Hölle für die menschlichen Sinne im nächsten Jahr zu meiden. Geht einfach nicht hin und bestellt alle Spiele bequem vom Sofa aus! Glaubt mir, es ist besser so!

So bleibt mehr Platz für uns!

Die Spiel ’17 war wieder toll! Vier Tage lang eintauchen in unser Hobby, Verlust des Zeitgefühls, nette Gespräche mit anderen Wahnsinnigen, Blödsinn quatschen mit den MUWINsern und vor allem: Spielen! Hunger, Geld und andere irdische Probleme verkommen da zur Nebensache. Ok, bis auf den Moment, wo man versucht, den gefüllten Koffer die zwei Stufen in den Eisenbahnwagen hoch zu kriegen. Da wird man plötzlich schnell auf den Boden der Realität zurückgeholt. Jetzt, wo der Spass schon wieder vorbei ist, freue ich mich besonders über folgende Trophäen im Regal:

  • Iron Curtain: Ich brauch‘ nie mehr Twilight Struggle zu spielen. Das ganze Hin und Her erledige ich jetzt in 20 Minuten.
  • The Climbers: „Das ist ja mal was anderes“. Dieser Satz ist bei uns sehr, sehr selten geworden. Bei vielen Spielen fühlt man sich sehr schnell an andere erinnert und beginnt mit dem Vergleichen der Vor- und Nachteile. Bei diesem kleinen Legespiel hatte ich das Gefühl, Abwechslung geliefert zu bekommen. Schön, sind die farbigen Klötzchen in meiner Sammlung.
  • Mini Rails: Ein Spiel rund um das Erwerben von Anteilen aufstrebender Eisenbahnfirmen, reduziert auf das absolute Minimum. So wenig Regeln, so viel Spass. Da kann nur noch Startups mithalten. Letzteres habe ich leider nicht gekauft.
  • Final Act: Ich habe noch keine Ahnung, ob das Spiel gut ist, aber die Holzpanzer sind jetzt mit Klebern nummeriert, einsatzbereit und das ganze Material sieht toll aus. Ich starte schon mal die Motoren!

Shotgun Pete:

Als Essen/Spiel-Neuling muss ich ja zugeben, dass ich während der Taxifahrt zum Messegelände schon etwas aufgeregt war. Eine Messe mit 45’000 Besuchern pro Tag und hunderten von Verlagsständen, verteilt auf neun Hallen – und mitten drin ich, der solch monströsen Menschenansammlungen doch eigentlich so wenig abgewinnen kann. Letztendlich war es jedoch ein relativ entspanntes Erlebnis, sah ich doch schon nach einer kurzen Weile vor lauter Menschen den Mob nicht mehr und konnte mich auf das Abklappern meiner Prioritätenliste, ungezwungenes Schlendern mit Mit-MUWINSern und gelegentliches Plappern mit Twitter-/Blogger-Bekannten konzentrieren.

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Die MUWINS-Delegation betritt im Gänsemarsch Halle 1 – der halbkahle Schnösel, der sich auch eingereiht hat, gehört jedoch nicht zu uns.

Spielkomponentenqualität: Als erstes machte ich mit Haig und Rikki Tahta, den Autoren des fiesen, aber (gerade deshalb auch) sehr gelungenen Senators, Bekanntschaft – deren sympathische und freundliche Art stimmten mich für den Rest des ersten Tages sehr optimistisch. Daran änderte auch nichts, dass ich kurz darauf bereits einem der legendären Schreckgespenster der Spiel begegnete: dem unfähigen Erklärbären. Zusammen mit Matt hatte ich mich nämlich an einen Tisch bei Ultra Pro gesetzt, damit man uns Iron Curtain erklären möge. Als sich kurz darauf einer der Standchefs höchstpersönlich zu uns setzte, dachte ich noch: Der kann das sicher aus dem Effeff! Bereits wenige Minuten später war jedoch klar, dass es sich diesbezüglich um einen ziemlichen Schwachmaten handelte (danke fürs Erinnern an diesen Ausdruck, kultiger Essener Taxifahrer! (ich habe ihn übrigens eher mit graumeliertem Minipli in Erinnerung, mratn)). Er brauchte nicht nur eine gefühlte halbe Stunde, um uns dieses 20-Minuten-Spiel zu erklären, sondern las uns dabei grösstenteils auch noch direkt aus der Anleitung vor… Dass es auch besser geht, zeigten uns aber die Erklärbär(inn)en an den meisten anderen Ständen, die wir zum Probespielen aufsuchten.

Spielfluss; Umsetzung der Mechanismen: Was mich wohl am Positivsten beeindruckte, ist die bereits im Vorfeld von BigBosss erwähnte Lockerheit der Besucher, die man an der Spiel so trifft. An dieser Stelle möchte ich gerne nochmal all die sympathischen Leutchen grüssen, die ich am (leider viel zu kurzen) Meet’n’Play oder in den Hallen der Messe persönlich kennenlernen durfte: das waren u.a. die Brettspielpoeten, unser Topkommentator Arnd und sein Kumpel (dessen Name ich nicht mitbekam bzw., seien wir ehrlich, wohl vergass, man sehe es mir nach), Jerry und sein Kumpel (dessen Name mir ebenfalls entfiel – sorry!), Martin vom Spieletreff Tecklenburgerland, Marcella und Felix von King Racoon Games, Sami von Snowdale Design und all die anderen, an die sich mein mit Eindrücken überladenes Gehirn jetzt nicht mehr genau erinnern mag. Ich fand’s sehr cool, euch alle zu treffen – auf ein Nächstes!

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Es gibt ihn nicht nur auf Twitter – Jerry nimmt sympathischerweise auch in echt kein Blatt vor den Mund.

 

Spielspass: Abschliessend möchte ich noch ein paar Worte zum Kern der Sache verlieren, den getesteten und bereits angespielten Spielen selbst. Nebst den bereits ironcurtainerwähnten Senators und Iron Curtain (links im Bild) haben mir vor allem Mini Rails, Downforce und Climbers richtig Laune gemacht – zu all diesen Titeln werdet ihr hier in absehbarer Zeit bestimmt mehr lesen können. Ebenfalls sehr lustig waren (das bereits 2015 erschienene) Fuse, das nicht zuletzt dank lautstarkem gegenseitigem Anfeuern an Stimmung gewann, und die um halb zwei Uhr nachts noch angesetzte, weder ganz nüchtern noch wirklich fit (aber dennoch regelkonform!) ausgetragene Runde Pit Crew, in der mratn und ich unseren Kontrahenten nicht den Hauch einer Schangse liessen. Schliesslich sei noch After the Virus erwähnt, das von mir unüberraschenderweise den „Spielkarte of the Spiel„-Award kriegt (siehe rechts). Alles also eher Leichtgewichte, aber viel anderes warafterthevirusshotgun angesichts des zeitlich begrenzten Rahmens auch noch nicht möglich. Am anderen Ende meiner Gefühlsskala finden sich Four Elements (etwa so gehaltvoll wie ein Blatt Papier) und Wanted: Rich or Dead, wobei Letzteres zwar auch aufgrund des total gelangweilten Erklärbärs einige Punkte einbüsste, aber selbst abgesehen davon nicht zu überzeugen wüsste. Leider kam ich aufgrund des grossen Andrangs nicht dazu, drei aktuelle bzw. in naher Zukunft geplante Kickstarter-Projekte vor Ort zu testen: Zu Jagged Alliance, Nemesis und Uboot hätte ich mir nämlich nur zu gern einen konkreten Eindruck verschafft, bevor ich nach dem spielbudgettechnischen Aderlass, den so ein Spiel-Besuch mit sich bringt, erneut mein Portemonnaie auswringe.

Vorerst muss ich mich nun aber wieder hauptsächlich mit Erfahrungsberichten aus zweiter Hand begnügen – abgesehen von den Titeln in unseren prall gefüllten MUWINS-Koffern, die nun alle ausgiebig gespielt werden wollen, versteht sich. Darauf freue ich mich sehr – und ein bisschen auch schon auf die nächste Spiel, selbst wenn ich aktuell noch nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es bereits 2018 für mich wieder soweit sein wird. Aber das brauche ich ja noch nicht jetzt zu entscheiden…


Was waren eure Highlights, Enttäuschungen und Überraschungen? Wir sind gespannt auf eure Kommentare!

14 Kommentare

  1. Also erstmal vorne weg: Zombies SIND langweilig. 😛
    @SGP: Gibts bei ‚After the Virus‘ auch einen spielbaren Charakter namens Pete?

    Gibt es Spiele die muwinstechnisch mehrfach in die Schweiz importiert wurden? Oder habt ihr euch da komplett abgesprochen, damit es keine Doubletten gibt? (Wohl kaum wenn ich so an 878 denke. ;))

    Dice Towers hatten einen Stand an der Spiel, hab ich das richtig gesehen? Was haben die denn da gemacht? Einfach nur Autogramme oder haben sie aktuelle ‚Spiel‘-Spiele angespielt?

    1. Es ist erschreckend, wie wenig Ahnung manche Leute haben. Aber zum Thema Zombies hier bald mehr…
      Pete: Ist immer spielbar.
      Mehrfachimporte: Was denkst Du denn! Es gibt kaum ein Einzelexemplar – das sind wir unserem Ruf schuldig. Ausnahme: Senators. Leider. Und Climbers. Auch.
      Dice Tower: Die sind cool. Neben der Live-Show haben sie Merchandise vertickt, und wenn Du die Fotos wirklich aufmerksam durchstöberst siehst du, dass wir mehr als ein mal bei ihnen waren…

      1. […]Es ist erschreckend, wie wenig Ahnung manche Leute haben.[…]

        Das stimmt allerdings. ;P
        Ich freue mich aber trotzdem auf das ‚bald mehr‘.

        Generell freue ich mich auf die detailierten Reviews die nun hoffentlich täglich (!?) eintrudeln werden. Bis Jahresende sollte das ja problemlos machbar sein, bei der Ausbeute. 🙂

    2. Trotz und/oder wegen (irgendwie ist beides richtig) Mehrfachkaufs (siehe Benis Kommentar) von After the Virus, habe ich es mir nicht zugelegt und kann daher nicht sagen, ob es da einen Pete gibt. Als ich mitspielte, hiess mein Charakter Adam, Alec oder sonst irgendwas mit Aaaaaaaah die Zombies kommen!

      Handkehrum werde ich mir dieser Tage eines der Spiele, das ebenfalls mehrfach seinen Weg in die muwins’schen Ikeataschen fand, noch separat bestellen, da es eine Lücke in meiner Sammlung füllt (man findet ja immer eine Entschuldigung (es handelt sich übrigens um Mini Rails)).

      1. ‚Aaaaaaaah die Zombies kommen‘ ist natürlich auch ein anständiger, gottesfürchtiger Name. ;D

  2. Daumen hoch für eure Impressionen! Es scheint das eine erneute Teilnahme an der Spiel 18 zumindest für einige wahrscheinlich ist… Und dann werd ich versuchen, es mir einzurichten, auch wieder dabei zu sein.

  3. Meine größten Besonderheiten:

    Raid on Taihoku
    Kooperatives Spiel aus Thaiwan rund um eine Familie in der von Japanern besetzten, von den USA angegriffenen Stand.

    The Climbers
    Abstrakt-taktisches (abstraktisches?) bunte Würfelbauen. Hammer Spielmaterial.

    Iron Curtain und 13 Minutes
    Zwei Micro-Card Driven-Games der Macher von “13 Tage“

    Space Race
    Spielillustration der Messe!!

    Paperback
    Deckbuildingspiel mit Buchstaben um Worte zu bilden, endlich auf deutsch.

    The Ruhr
    Komplexes Wirtschaftsspiel um den Kohletransport auf der Ruhr. “Fünfter Titel der Kohle-Trilogie“ von Thomas Spitzer 😀

    1. Ich freue mich insbesondere auf detaillierte Berichte von Raid on Taihoku und Paperback. Space Race habe ich gebacken. Leider liegt es noch eingepackt im Regal.

  4. Ja, das waren wirklich wieder zwei gute Tage im Spieleparadies. Ich konnte leider viele meiner „Test-Spiele“ nicht anspielen, da die scheinbar auch bei anderen Menschen auf der Liste standen. Für einen Platz bei Gaia Projekt musste man wahrscheinlich vor den Messehallen zelten. Aber auch andere Spieltische waren sehr gut besucht. Hätte gerne Photosynthese und Trans Atlantic ausprobiert. Glaube der Wiederspielwert bei Photosynthese ist nicht so dolle. Reine Vermutung. Sonst sieht das Spiel echt gut aus und der Lichtmechanismus gefällt mir auch. Und bei Trans Atlantic weiß ich nicht wie weit das weg ist von Concordia.

    Fand dieses Jahr den Unterschied zwischen den „großen“ Verlagen mit ihren glitzer glitzer Ständen und den „kleinen“ Ständen, wo die Spielerfinder selber noch stehen sehr auffällig. Habe mich in Halle 6 und 7 dieses Jahr deutlich wohler gefühlt und dort auch viele interessante Spiele gesehen. Asking for Troblis und Tokio Highway wurden direkt eingepackt. Schön war es auch den kleinen Isaac Childres zu sehen, der von Gloomhaven Fanboys umlagert war.

    Der Messemoment war für mich die Spielerklärung zu Senators von Haig Thata. Mit einem Loberkranz auf dem Kopf erklärte er vier Leuten das Spiel und bei jeder Karte, die gezogen wurde hieß es „oooohhh, thats a verrrrry tricky card. I haaaaave to explain…“ Ein richtiger Spielfluss kam dadurch nicht auf, hatte aber hohen Unterhaltungswert. Und die Thatas schienen auch mit ihrem kompletten Familienclan angerückt zu sein. Von 6 Monaten bis 80 Jahren tummelten sich ca. 20 Leute hinter dem kleinen Stand. Sehr sympatisch.

    Direkt nach Haig kamen natürlich die dynamischen und gut aussehenden Typen von den Muwins. War schön euch kennenzulernen und was zusammen zu spielen. Hättet mich ruhig mal gewinnen lassen können. Aber ihr hattet ja auch einen Ruf zu verlieren 😉
    Trotzdem würde ich mich euch nächstes Jahr wieder spielen – Muwiws sozusagen.

    1. Hmpf… zu fünft auf Rang zwei… jänusode…
      Zu Photosynthesis hatten wir ähnliche Bedenken. Trotz Shotgun Petes messerscharfem Argument („man kann die Bäume ja bei Gloomhaven verwenden“) fand es den Weg zu uns nicht.
      Und wenn du so sehr auf einer Revanche bestehst, dann müssen wir das wohl irgendwie hinbiegen, mit dem 2018…

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