MUWINS Spielesamstag: Schluss mit Sommer!

Zum Sommerausklang haben die MUWINS in ihr Stammlokal geladen – und einmal mehr war ein volles Haus die Folge! Es folgt eine Auswahl der gespielten Titel und Erlebnisse…

Flamme Rouge

flammerougeOldiebenji: Einmal wäre ja schlimm genug, aber gleich in zwei Partien nach eigentlich souveränen Rennen (ok, ok, an dem einen Hügel hab‘ ich mich zu sehr verausgabt) auf der Ziellinie noch von Mattthecrow abgefangen zu werden – das war hart. Und ein böser Vorbote dessen, was an diesem Tag noch so alles folgen sollte…

Mattthecrow: Endlich wieder einmal mein Highlight aus der Spiel 16. Im ersten Durchgang gelang fast alles nach Plan. Das erste Drittel liess ich mich vom Feld tragen und griff dann mit dem Sprinter an. Vor der Ziellinie wurde es nochmals knapp, aber mein Fahrer hatte noch etwas grössere Reserven. Den zweiten Sieg holte mein „Rouleur“. Eigentlich wurde dieser ja vor dem Ziel von Benjis Fahrer „übersprintet“. Zu meiner Freude knickte der Gegner ungefähr 10 Meter vor dem Ziel ein – muss wohl ein plötzlicher Zusammenbruch des ganzen Kreislaufsystems gewesen sein. Auf jeden Fall konnte auch hier nochmals mein perfekt gedopter trainierter Sportler als erster ins Ziel rollen.

 

The Lost Expedition

lostexpeditionMattthecrow: Mein erster Ausflug im Urwald. Während eines gemütlichen Spaziergangs, schossen wir ein paar Tiere, parlierten mit Eingeborenen und zelteten nach Lust und Laune. Das Sightseeing in dieser Stadt am Ende des Urlaubs hat sich gelohnt. Keine Ahnung, was andere da zu jammern haben.

Oldiebenji: Zwei Expeditionen in wechselnder Besetzung – die erste fand sich nach einem Spaziergang mit Picknick im Park auf einmal völlig unerwartet in der Goldstadt wieder, die zweite hat kaum den Waldrand erreicht. Beide Ausflüge waren unterhaltsam, und ein wenig (!) frische Luft tut uns Spielern ja auch mal gut…

Wiedumir:
Einmal mehr hat unsere Expedition El Dorado nicht mal von ferme gesehen. Zum Urwaldpicknick wurden Expeditionsteilnehmer an Blutegel und anderes scheussliches Getier verfüttert. Zu jammern gibt’s trotzdem nichts: Das stimmungsvolle Spiel macht auch dann Spass, wenn es tüchtig auf den Tropenhelm gibt.

 

Tortuga 1667

tortuga

Shotgun Pete: Die Ausgangslage ist klar: Die Franzosen wollen das Gold, die Briten wollen das Gold, und am Ende gewinnt nur einer von beiden (oder der Holländer). Dazwischen herrscht aber reges hin und her, sowohl was das Goldkisten- als auch Mitspieler-„Material“ betrifft. Denn genauso schnell, wie man sich in eine vielversprechende Position gebracht hat, ist man meist auch wieder über Bord geworfen. Und so spitzt sich die Chose ganz natürlich auf ein Finale zu, in welchem alles riskiert wird, um die führende Piratenbande doch noch abzufangen. Ein kleines, aber sehr feines Spiel!

Wiedumir:
Ein Teamspiel, bei dem es gilt, erst mal herauszufinden, wer auf welcher Seite spielt. (Bei mir hat’s gedauert, bis ich Shotgun Pete glaubte, dass er comme il faut der Grande Nation diente und nicht ein Bloody Roastbeef war…) Und das heisst noch lange nicht, dass wir dann auch im gleichen Boot sitzen. Sind die Seiten erst mal klar, nimmt das der Partie ein klein wenig den Wind aus den Segeln. Das fröhlich-fiese Intrigieren macht aber während der kurzen Dauer auf alle Fälle viel Laune!

 

1754: Conquest – The French and Indian War

Foto 09.09.17, 16 02 25Shotgun Pete: Da wollten sich also die ollen Franzosen ein Stück vom kolonialbritischen Kuchen abschneiden, weil es ihnen in den endlosen kanadischen Wäldern zu langweilig wurde und sich ihr Traum von einem globalen Holzimperium nicht erfüllte. Leider haben sie dabei die Rechnung ohne Admiralfeldmarschall Pete O’Dice und Kolonialmilizgeneral Matt MacBrave gemacht. Denn die britischen Truppen aus der Heimat zeigten sich auf dem Schlachtfeld genauso treffsicher, wie ihre Milizen standfest waren. Selbiges konnte von ihren frankokanadischen Gegnern nun wahrlich nicht behauptet werden: Nicht nur mussten sie im Südosten, rund um die Landenge von Chignecto, eine herbe Klatsche nach der anderen einstecken, die Männer von Maréchal Général Ours Jetreffnischts und Lieutenant André-Benjamin Wasmaschischier brillierten vor allem mit Ladehemmungen und Sehnsucht nach ihren Familien. Wen wundert’s da, dass ihnen am Ende gar ihre indianischen Alliierten davonliefen. Rule, Britannia!

Mattthecrow: Nachdem Pete hier schon die historischen Abläufe perfekt geschildert hat, bleiben mir nur noch ein paar erläuternde Worte zu unserem grandiosen Feldzug übrig: Da der Franzosengeneral so spitz auf unser Städte war, konnten wir gemütlich hinter den Sandsäcken auf die Kerle warten. Auffällig war, dass die feindlichen Milizen immer ganz vorne an der Front kämpfen mussten, während die professionellen Soldaten in der zweiten oder dritten Reihe standen. Von dort trifft’s sich halt schlecht und für die Moral der Laienkrieger ist es auch nicht unbedingt zuträglich. Nach genügend gewonnen Scharmützeln, konnten wir zur Gegenoffensive blasen. Der gegnerische Widerstand war nicht erwähnenswert. Die britischen Milizen unter meiner Führung erwiesen sich als erstaunlich standhaft. Neider wollen darum unseren Ruhm schmälern und schwafeln irgendwas von Würfelglück und so… Keine Ahnung wovon die reden.

Oldiebenji: Ich hatte hier zwei recht undankbare Aufgaben! Einerseits musste ich als Befehlshaber der kanadischen Milizen für einen abtretenden (um nicht zu sagen abnibbelnden) Vorgänger einspringen, andererseits hatte ich mit meinem Verbündeten aus Frankreich einen General an der Seite, dem nicht viele Militärhistoriker eine lückenlose geistige Zurechnungsfähigkeit attestieren würden. Mutig ging er mal für mal gegen zahlenmässig überlegene Verteidiger, bevorzugt in Forts, vor – wobei meinen Hobbysoldaten mit schöner Regelmässigkeit die Ehre zuteil wurde, die Offensive in vordester Reihe anzuführen. Keine Sternstunde der Frankophonie…

 

Secret Hitler

foto-04-02-17-17-47-37Mattthecrow: In der ersten Runde konnten wir unsere Agenda wunderbar durchbringen. Spätestens nachdem 2 liberale Weicheier das Zeitliche gesegnet hatten, war der Griff zur Macht ein Kinderspiel und der Benji konnte auf den Thron gehievt werden. Die zweite Partie schien etwas schwieriger zu werden. Da meine Parteikollegen aber so viel Staub aufwirbelten und eine wunderbare Schlammschlacht veranstalteten, bis niemand mehr wusste wo unten und oben war, musste der Rest der Mitspieler fast mich als einzigen Vertrauenswürdigen zum Kanzler wählen. Hätten sie besser nicht…

Wiedumir:
In beiden Partien war ich rechtschaffen liberal, stand aber trotzdem fast ständig unter übelstem Generalverdacht und sah mich völlig ungerechtfertigten Verleumdungen ausgesetzt. Dass das Böse, das natürlich wieder einmal immer und überall war, ungehindert zum Sieg durchmarschieren konnte, war da bloss noch Nebensache.

Shotgun Pete: Souveräner und unverdächtiger als in der ersten Partie hätten Matt, Michael und ich die Wahl unseres prädestinierten Kanzlers Benji wohl kaum arrangieren können. Ich schiebe es mal auf meine nachhallende Euphorie ob dieses Erfolges, dass ich Matt auch in der folgenden Runde vertraute – sehr zum Verderben der liberalen Kräfte…

Oldiebenji: Immerhin! Einmal durften mein hart arbeitendes Team (natürlich inklusive Matt) und ich nach recht blutigem Wahlkampf durch meine Wahl zum Kanzler triumphieren! In der zweiten Partie war ich dann (ja, ganz ohne Team, nur ich alleine) schuld, dass Mattthecrow völlig unbedrängt gleichermassen an die Macht kam.

 

Mechs vs. Minions

mechsvminionsShotgun Pete: Die kleinen Kerls kriegen einfach nie genug – immer wieder wollen die Minions aufs Neue möglichst variantenreich unschädlich gemacht werden. Nun, wir kamen diesem Wunsch mal wieder nur zu gerne nach. Zweimal wären sie uns beinahe entwischt und standen nur noch eine Bewegungsphase von ihrer Siegbedingung entfernt, aber dank Fernkampfspezialistin Martina und meiner trödelnden Wenigkeit war auch diese Gefahr schnell gebannt. Letztlich wurde es ein triumphaler Erfolg, in den letzten Runden musste man sich nämlich als Dritte(r) oder Vierte(r) in der Reihenfolge glücklich schätzen, wenn einem überhaupt noch etwas zum Plätten übrig gelassen wurde.


 

Ponzi Scheme

Mattthecrow:  Jeder macht auf Pokerface und gibt an, noch lange zahlungsfähig zu sein. In Wahrheit zählen alle ihre Papierscheinchen  und schauen mit zunehmend ausbrechendem Angstschweiss auf die anstehenden Zinszahlungen. Eine Runde vor Schluss hätte es mich auch fast erwischt. Mit nicht viel mehr als einem Hosenknopf konnte ich mich gerade ins Finale retten, nur um da von Michi abgezockt zu werden – Immerhin wurde es noch knapp, aber irgendwoher hat er plötzlich noch einen Punkt hergezaubert. Das Spiel gefällt mir. Ein unverbrauchtes Thema und einfache Mechanismen, die quälende Entscheidungen bescheren.

Oldiebenji: Wir wirtschaften uns um Kopf und Kragen, finanzieren mit neuen Krediten alte und stapeln letztere zu immer abenteuerlicheren periodischen Zinszahlungen. Die dabei aukommende Panik lassen wir uns nicht anmerken und trotzin mit einem coolen „passt schon“ dem hämischen Grinsen der Konkurrenz. Ein wunderbares Spiel, bei dem es letztlich darum geht, wessen Blase als erste platzt (die finanzielle, nicht die anatomische!). Das war, dank einer überraschenden wirtschaftlichen Baisse, natürlich… meine!

 

Bla5t

fruitflyShotgun Pete: Ob als Aufwärmer, Zwischenübung oder Absacker, Bla5t kommt eigentlich immer gut (an). So war es auch dieses Mal wieder eine lustige Runde, geprägt von Glücks- und Fehlgriffen sowie erinnerungstechnischen Meisterleistungen und (zunehmend häufigeren) akuten Kurzzeitgedächtnisausfällen. Dass ich nach miserablen ersten Runden letztlich gar als Sieger hervorgehen würde, war dann der definitive Beweis, dass mir Viktoria (oder Nike, oder Clíodhna, oder welche Siegesgöttin auch immer ihr anbetet) an diesem Abend besonders hold war.

 

Flash Point

Foto 25.08.17, 14 49 27Oldiebenji: Zum Abschluss vielleicht doch noch etwas Heldenhaftes! Erstmals haben wir uns an die Keller-Erweiterung gewagt – waren davon aber mässig begeistert. Die Grundidee ist prima, in der Realität werden die Laufwege durch das zusätzliche Geschoss allerdings arg lang, so dass sich das Ganze dann doch zieht. Es ist wohl kein Zufall, dass nach dieser ersten Erweiterung nur noch das ursprüngliche Brettformat verwendet wurde. Aus Zeitgründen mussten wir abbrechen, hatten das Feuer aber zu diesem Zeitpunkt so gut im Griff, dass der Rest in reine Fleissarbeit ausgeartet hätte. Ich freue mich dennoch auf die zukünftigen Einsätze, dann wieder auf kleineren Brettern: Flughafen, Metrostation, U-Boot…

Mattthecrow: Mein erster Einsatz für die Düdinger Feuerwehr. Als Schaumschläger Schaumspezialist durfte ich vor allem Feuer löschen. Das habe ich dann auch gemacht. Einen guten Teil meiner Spielzeit verbrachte ich alleine im Keller und hielt Feuerwache. Spätestens als es ums Raustragen der armen Opfer ging, fühlte ich mich so richtig nutzlos. Löschausrüstung und Opfer gleichzeitig tragen zu wollen, geht nicht wirklich gut. Nettes kooperatives Spiel. Das Szenario mit dem Keller scheint mir etwas langatmig.

7 Kommentare

  1. Wie ShotgunPiitsch da immer sein unsägliches Inis-Cover einschleusen muss. 😛

    Sieht jedenfalls nach einer – wie nicht anders zu erwarten – gemütlichen Runde aus. Hoffe ich schaffe es dann auch mal wieder.

  2. hattet ihr in der Schweiz einen Sommer? Bei uns ist der ins Wasser gefallen. Wir können schon länger ohne schlechtes Gewissen in der Bude hocken und Spiele spielen. Hört sich nach einer gemütlichen Runde an. Wir schaffen das leider nur einmal im Jahr. Dann aber mit 15 Mann und von Freitag bis Montag.
    Als Ersatzdroge gibt es dann noch den Clubabend von Hippodice alle zwei Wochen.

    1754 kenne ich noch nicht. Wir haben bisher immer nur 21 Jahre später in 1775: Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg die Geschichtsbücher neu geschrieben. Sieht optisch aber sehr sehr ähnlich aus.

    1. Sommer: Dochdoch – ein paar Wochenenden gabs leider, an denen man fast kurz raus MUSSTE…

      1754: Nun, es ist das gleiche System (wie auch 1812 und das neue 878), Aber wie jede Version bringt auch diese einige Neuerungen, die die Spiele eben doch „anders“ machen. Im Fall von 1754 gehört das System der Häfen dazu, ebenso wie ein innovatives Nachschubssystem für die Ureinwohner. Und die Forts. Und die Wahl der Nachschubstädte jeder Seite. Die Dynamik ist, trotz 90% Regelüberschneidung, aufgrund dieser Anpassungen und natürlich der ganzen Geografie eine komplett andere als bei den anderen Spielen.

      1. Die Indianer als „neutrale“ Fraktion finde ich eine nette Idee, welche für lustige Momente sorgen kann. „Was passiert mit den 7 grünen Indianern, wenn alle meine Soldaten weg sind?“ „Sie laufen zum Feind über“ WAAAAS!!!“

  3. Ja, war (mal wieder) super und neben dem ‚Vorglühen‘ einen Tag vorher auf jeden Fall eine Reise von Genf wert. Merci für’s organisieren!

    Ponzi Scheme ist eine Entdeckung, das würde ich irgendwann gern nochmals spielen. Wie so oft ist da immer alles im grünen Bereich und am Ende geht’s eh gut (nunja, vielleicht nicht für alle – aber wenn’s schon nicht für alle reicht, dann doch wenigstens für mich!).

    Secret Hitler ist auch immer nett. Besonders, wenn man als Faschisten in der Mehrheit ist und dann ganz locker absprechen kann, komm, wir bringen jetzt noch ein Gesetz durch und machen dann unseren Adolf Ben Hitler zum Kanzler 😉

    Der Keller in Flash Point ist nicht wirklich ideal. Anfangs war’s spannend (schaffen wir das?), aber als dann M. [Name der Redaktion bekannt] immer 9-12 gewürfelt hat wenn’s neue Opfer gab, und das Feuer total unter Kontrolle war, artete das in Fleissarbeit aus. Vielleicht wäre das erste Obergeschoss besser, da kommt man mit dem Feuerwehrauto per Leiter ran, oder? Das wäre dann auch ein interessantes Abwägen, ob man das Auto nun zum Feuerlöschen einsetzt oder dahin fährt, wo es Opfer zu retten gibt.
    Und natürlich, U-Boot, U-Bahn und Flugzeug klingen vlelversprechend. Die ersteren dann vermutlich ohne Löschfahrzeuge, ui, das wird böse …

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