Stone Age Junior

Ach wie habe ich das als Kind geliebt: Gemeinsam mit meinen Eltern und später mit meinem kleinen Bruder Das verrückte Labyrinth, Geister, Stratego oder Jagd der Vampire zu zocken. Dieses Gefühl des Zusammenseins will ich meinen Kindern weitergeben. Daher habe ich mich entschieden, auf Muwins regelmässig Kinderspiele vorzustellen. Fokus ist immer der Spielspass der Kleinen. Reviews über Mythe und Der mysteriöse Wald machten den Anfang. Heute präsentiere ich euch das „Kinderspiel des Jahres 2016“, Stone Age Junior.

Stone Age Junior ist der kleine Bruder des bekannten und hoch angesehenen Stone Age. Häufig ist es schwierig für den Jüngeren in einer Familie, in die Fussstapfen des Grossen zu treten. Vor allem wenn dieser schon alles erreicht hat, der Coole von der Schule war sowie millionenfach gespielt wurde. Zum guten Glück ist Stone Age Junior, wie die meisten kleinen Brüder, selbstbewusst genug, um eigenhändig die Welt zu entdecken.

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Wunderschöne Ressourcen aus Holz

Immer noch gilt es, Ressourcen zu horten und diese für den Häuserbau einzusetzen. Dies machen wir jedoch sehr thematisch: wir suchen im Wald nach Beeren, töpfern gemeinsam mit unseren Freunden, im Gebirge sammeln wir Steine für Pfeilspitzen, in der Ärgera fischen wir Lachse. Da wir über ein tolles Netzwerk verfügen, ist auch Handel mit dem nächstgelegenen Dorf möglich. Dieser thematische Bezug erleichtert mir die Erklärung um ein Vielfaches. Aussagen wie „Ich will nicht immer töpfern, ich will endlich einen Riesenfisch für meine Familie fangen!“ unterstreichen dies.

Es liegen immer drei verschiedene Häuser aus, die jeweils verschiedene Ressourcen für den Bau benötigen. Das Kind muss sich also ein Vorgehen überlegen, wie es zu diesen Materialien kommt. Gewisse Anpassungsfähigkeiten werden benötigt: Falls der Gegenspieler das Wunschhaus vor dir baut, muss Plan B her. Das kann durchaus zu Frustrationen führen. Hier muss jede Mama oder jeder Papa selber wissen, wie muwinsig gespielt wird. Ich halte mich immer sehr gerne zurück.

Nun zur persönlichen Charaktereigenschaft des Juniors: Die Ressourcen werden nicht mittels „Worker Placement“-Mechanismus eingesammelt. Es gibt zwar einen Arbeiter, dieser wird jedoch mittels „Memory-Effekt“ zwischen den verschiedenen Aktionsfeldern hin und her bewegt. Rund um das Spielbrett werden Plättchen verteilt und anschliessend auf die Rückseite gedreht. Auf der Vorderseite befinden sich die Augenzahlen der Würfel und die jeweiligen Aktionsfelder (Fisch, Töpfern, Beeren, usw…). In meinem Zug decke ich nun eines dieser Kärtchen um, springe auf das abgebildete Feld oder bewege meinen Pöppel vorwärts (analog der Würfelpunkte).

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Unser Arbeiter bewegt sich auf diesem fantastischem Spielfeld

Entdecke ich das Symbol für den Bau, erstelle ich meine gewünschte Hütte, drehe alle bis anhin aufgedeckten Kärtchen um und vertausche die Position von deren Zwei. Merke ich mir also die Position von allen Aktionen, bin ich klar im Vorteil. Und da dies die Kleinen besser können als der Alte mit seiner geringen Anzahl an grauen Zellen, ist die Gaudi vorprogrammiert. Auf einem Plättchen befindet sich der Dorfköter. In unserer Familie nennen wir ihn Tätsch (lange Geschichte). Super thematisch hilft uns Tätsch beim Bau des Hauses. Er kann als Joker eingesetzt werden! Daher ist äussert wichtig zu wissen, wo er sich versteckt!

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Unser geliebter Tätsch

Der erste Erbauer von drei Häusern gewinnt das Spiel. Alle bisherigen Partien waren extrem knapp. Dies führt dazu, dass nach einer Niederlage niemand allzu frustriert ist. Denn auch die Verlierer sind meistens nur ein Haus vom Sieg entfernt.

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Jede Hütte hat ein eigenes Motiv auf der Vorderseite

Wir lieben die Steinzeit! Stone Age Junior sieht toll aus, bietet wunderschönes Equipment und spielt sich sehr thematisch. Natürlich kann man über den letzten Punkt diskutieren. Ausschlaggebend sind jedoch nicht die Kenner der Brettspielszene, sondern die Meinung meiner Kinder. Durch den Memory-Effekt ist Stone Age Junior „ausgeglichen“. Meine Kinder besitzen die gleichen Siegeschancen wie ich. Sie gewinnen sogar häufiger. Ob dies für sie oder gegen mich spricht, bleibt euch überlassen. Kinder ab 6 Jahren unternehmen immer wieder gerne eine Reise in die Steinzeit. Die kurze Spieldauer von ca. 20 Minuten führt dazu, dass wir immer 3-4-mal in Serie zocken.

2 comments

  1. Hiho, schön geschrieben und es passt: Stone Age Junior gefällt unseren Kindern und mir auch sehr gut. Sehr schönes Material, schnell erklärt, nicht zu lange und die Kinder gewinnen auch endlich mal gegen die Großen. Ich spiele auch gern und viel mit unseren Kindern und bin immer wieder erschrocken, wieviele schlechte Spiele es für Kinder gibt. Bei Erwachsenen-Spielen lese ich mir 3-4 Rezensionen durch und weiß ziemlich genau, ob es was für mich ist. Scheinbar ist das bei Kinderspielen nicht so einfach.
    Was bei uns (6 und 8 Jahre) oft noch auf den Tisch kommt ist Loony Quest, Geistesblitz, Can´t Stop, Heckmeck im Bratwurmeck (mit etwas Hilfe), Wer ist es (zu zweit) oder Kaleidos Junior.
    Allerdings ist gerade Quartett-Spielen hoch im Kurs…. Zylinder 6 …….sticht!….

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    1. Herzlichen Dank für deinen sympathischen Kommentar. Ein Klassiker in unserer Kinderstube ist Crazy Coconuts und Spinderella. Ich werde versuchen, hier vermehrt Kinderspiele vorzustellen. Meiner Meinung nach gibt es nicht viel schöneres, als am Abend mit der ganzen Familie am Tisch etwas zu spielen. Aber da verstehen wir uns vermutlich 🙂

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