Auch Batman und Superman würfeln hie und da!

Superhelden überlassen also tatsächlich das Schicksal der Menschheit dem Glück? Jain! Natürlich bringen auch Würfelspiele rund um Superhelden trotzdem den Glückfaktor mit sich – dieser bleibt aber vertretbar…


„Hero Dice“ vom HeidelbergerVerlag überrascht mit einem witzigen und frischen Konzept: Superhelden in einer Mini-Box. Ende 2015 erschienen mit Batman und Superman die zwei ersten DC-Superhelden. Die beiden rund 10x10cm Kisten enthalten alles, was es braucht um die Welt zu retten: einen Superhelden, zahlreiche Schurken und massig Würfel. Jede Kiste erlaubt es also einem (!) Spieler, in die Haut eines Superhelden zu schlüpfen.

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Die Würfel von „Hero Dice“ sind zwar geklebt, dennoch ganz schön anzusehen.

Genau – „Hero Dice“ ist durchaus als Solo-Spiel möglich; macht aber viel mehr Spass, wenn man mit anderen Superhelden gemeinsam auf den Joker, Bane, Lex Luthor oder Darkseid einprügelt – eh einwürfelt. Denn mit der Ankunft zweier weiterer Helden im Oktober 2016 ist nun eine kleine Justice League vereint. Superman und Batman haben sich Green Lantern und Flash angeschlossen – mit neuen Schurken und neuen Würfeln.

Was hat es nun aber mit all den Würfeln auf sich? Jeder Superheld enthält sein eigenes Set – und damit auch sein eigenes Angriffssystem. Diese unterscheiden sich genug, um als Spieler einen bestimmten Superhelden zu bevorzugen oder zu meiden. Während Batman mit gewürfelten Batmobilen Schaden „speichern“ kann, versucht Flash mit einem Push-your-luck-Mechanismus im richtigen Moment zum Angriff zu blasen. Abgerundet werden die Superhelden mit Kampfkarten und Spezialfähigkeiten, so dass man sich auch wie ein richtiger Superheld fühlt – natürlich ohne Flugfähigkeit oder Röntgenblick. Würfel, Kampfkarten und Spezialfähigkeiten machen aber „Hero Dice“ noch lange nicht zu dem Spiel, das es tatsächlich auch ist.

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Flash und Batman versuchen gemeinsam den Joker zu bezwingen, während Captain Cold bereits Gotham City bedroht.

Das A und O ist das Thema

Das Spiel steht und fällt mit der Thematik. Wie witzig und ausgeklügelt die Angriffssysteme auch sind, wer Superhelden nicht mag, lässt lieber die Finger von diesem Spiel. Wer jedoch die Namen, Herkunftsgeschichten und entfernten Verwandten aller Batman-Schurken kennt, der fühlt sich rasch zu Hause. Alleine oder im Team gegen General Zod, Poison Ivy, Heat Wave und wie sie alle heissen anzutreten, ist kurzweilig und vor allem witzig. Dabei kann das Design der Schurken überzeugen, das zwar modern daher kommt, sich aber trotzdem an die Gestaltung aus den Comics hält. Die Überraschung, welcher Gegner als Nächster bevorsteht und die Entscheidung, welcher Superheld wen angreifen soll, machen dieses Spiel aus.

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Bei den Schurken wurde nicht gespart – fast alles, was im DC-Universum Rang und Namen hat, ist vorhanden.

Ein Spiel für Fans

Es ist wichtig zu wissen, was genau man beim Erwerb dieses Spiels erhält. Es ist weder ein episches Brettspiel rund um Superhelden, noch ein Würfelspiel für jedermann. Es ist ein solo oder kooperatives Party-Spiel, das nur Superhelden-Fans gefallen wird – dies aber möglicherweise sehr. Es ist ein Spiel, das bei der einen oder anderen Gruppe einen Spieleabend einläuten oder mit dem ein Superhelden-Fan neben unzähligen Superschurken auch mehrere Stunden totschlagen kann.

Ein kleiner Kritikpunkt ist jedoch die – zugegebenermassen clevere – Vermarktung des Spiels von Seiten des Verlags. Mit einer Kiste – auch wenn diese nicht ganz so teuer sein mag – erhält man lediglich einen Superhelden und kann das Spiel folglich auch nur alleine Spielen. Möchte man die gesamte Justice League zusammen bringen, dann muss man sich schon alle vier Kisten besorgen.

Nichtsdestotrotz ist „Hero Dice“ ein sehr gelungenes und schön gestaltetes Würfelspiel, das durchaus sein – klar definiertes – Zielpublikum finden kann.

 

 

2 Kommentare

  1. Die grüne Laterne und der Pyjama-Mann sind vermutlich die langweilligsten Superhelden in der gesamten Superheldengeschichte… Aber mit Batman zu würfeln macht Spass.

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