The Great Zimbabwe: Esel und Weihnachtsbäume…

… tauchen in diesem Spiel zwar nicht auf, da wir uns in der Weihnachtszeit befinden, können wir aber das Setting dieses Spiels relativ problemlos entsprechend übertragen. Und wenn man (nicht allzu) genau hinschaut, lässt sich auf dem Cover sogar ein in seiner Form unverkennbarer (wenn auch verpackter) Tannenbaum mit beleuchteter Krippe entdecken…

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Weihnachtsstimmung auf dem Cover

Splotter ist ein Kleinst-/Zwei-Mann Unternehmen, bestehend aus zwei begnadeten Spieleautoren, die in unregelmässigen Abständen ihre Kreationen im Eigenverlag und in sehr begrenzter Auflage veröffentlichen. Entsprechend gesucht und begehrt sind ihre ungewöhnlichen Spiele in Kennerkreisen. 2016 konnten sich die beiden, nach ihrem aktuellen Grosserfolg Food Chain Magnate, erstmals dazu durchringen, die beiden etwas älteren Spiele Indonesia  und The Great Zimbabwe in einer Neuauflage anzubieten. Ein Exemplar des letzteren fand auch den Weg in den Kanton Freiburg (das andere war schon da), und wurde soeben erstmals eingesetzt…

Es geht also darum, möglichst grosse und prachtvolle Monumente… äääh Weihnachtsbäume zu bauen. Der Weg dazu führt auf einem absichtlich relativ eng bemessenen (der Spielerzahl anzupassenden und bei jedem Spiel zufällig zusammengesetzten) Spielfeld über Handwerker, die vorhandene Rohstoffe in Produkte umwandeln, und sich dabei für ihre Arbeit mehr oder weniger fürstlich bezahlen lassen. Der Preis wird dabei vom jeweiligen Besitzer des Handwerkers festgelegt. Später kommen fortgeschrittene Produktionsstätten dazu, die nicht nur Rohstoffe, sondern auch Zwischenprodukte dieser primären Handwerker benötigen. Zahlungsmittel sind Esel (ok, Kühe, aber das macht nun echt keinen Unterschied), die man nicht nur über unverschämt angesetzte Wucherpreise, sondern beispielsweise auch über Zucht anhäufen kann.

Um möglichst grossartige und prächtige Weihnachtsdekorationen sein Eigen nennen zu dürfen, benötigt man Zugang zu möglichst vielen unterschiedlichen Produkten. Glücklich, wer es schafft, diese von eigenen Unternehmern herstellen und liefern zu lassen (was vielleicht anfangs gelingen mag). Wer nicht so geschickt war, stopft für ein wenig Lametta und billigen Ramsch den Mitfeiernden Unsummen in den gierigen Schlund. Wie im echten Leben halt.

Ein im Grunde einfaches Wirtschaftssystem entwickelt sich in The Great Zimbabwe zu einem Dickicht an gegenseitigen Abhängig- und Möglichkeiten, den lieben Mitspielern in die Suppe zu spucken, ans Schienbein zu treten, die Freude an Weihnachten zu nehmen und Ähnlichem. Trotzdem ist das Spiel alles andere als unplanbar. Im Gegenteil: Geschicktes Taktieren ist zumindest Teil des A und Os. So darf man zusammenfassend sagen, dass sich der Martin-Faktor und der Matthias-Effekt* bei The Great Zimbabwe in Kombination wundervoll ergänzen und das Ganze gerade so ausgesprochen reizvoll machen.

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Ende einer 3er Partie – es lief was in Zimbabwe…

Für mich persönlich ist dieses Weihnachtsspiel nach der ersten Partie ein weiterer Volltreffer von Splotter. Wer schon sehr bald selber entsprechende Erfahrungen machen möchte und sich mit The Great Zimbabwe in die Tiefen des Weihnachtsrummels wagen mag: Säupferständlech ist es am 28. mit dabei…

* Martin-Faktor: Bezeichnet den Anteil des Optimierbaren/Berechenbaren, mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit, dass Martin gewinnt.

Matthias-Effekt: Bezeichtet den Effekt, dass sämtliches Optimieren und Berechnen eh für die Katz ist, weil Matthias alle anderen hintergeht – mit einhergehender, extrem hoher Wahrscheinlichkeit, dass Matthias gewinnt.

6 Kommentare

      1. Mit ’schlecht‘ ist hier mehr so der Stil gemeint. So à la ‚Was ist bunt und rennt aus der Küche? – ein Fluchtsalat‘ – schlecht. 😉

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